Freitag 10. Juni 2011: Der Tag war gekommen an dem wir Roger Waters live erleben durften. Bericht und Fotos von Stefan Jürgens
Angekommen im Hotel Lindner beim Zoo Hagenbeck überbrückten wir die Zeit bis zum Konzert mit einem Besuch im Tropen Aquarium. Dieser sehr schöne Besuch half gegen die Aufregung, denn wir fieberten schon den Auftritt entgegen.
Dann war es soweit und wir starteten gegen 18 Uhr mit einem Taxi zur O2-Arena. Die ersten hundert Fans warteten schon und wir gingen gleich mit hinein. Vorbei an den ersten beiden Verkaufsständen, wo Fahnen, Poster, T-Shirts usw. angeboten wurden. Für mein Geschmack etwas teuer, aber halt Fan-Artikel.
Wir gingen zu unseren Sitzplätzen, Innenraum vorne rechts. Sehr gute Sicht und mein erster Weg führte gleich zur Bühne. Der Mantel, den Roger anzieht, hing dort schon und wartete auf seinen Einsatz. Ich schaute mir die Bühnentechnik in Ruhe an. Beeindruckend.
Mit kurzer Verspätung und der Durchsage, das Blitzlicht der Kameras auszuschalten, ging es los. Einige wenige konnten es wohl kaum abwarten und fingen an zu pfeifen. Für mich etwas unverständlich.
Ein bombastischer Anfang, der es wirklich in sich hatte, leitete die Show ein. Ein Super Surround Sound und die Pyrotechnik ließ meine Sitznachbarin mehrmals beim Knallen der Feuerwerkskörper zusammenzucken. Täuschend echt die Geräusche, wenn der Kampfflieger von hinten »angeflogen« kommt und hinter der Mauer explodiert.
Vor »Mother« begrüsste Roger Hamburg und wir konnten ihn fast hautnah miterleben. Gänsehaut pur. Das Lied »Another Brick in the Wall Part 2″ wurde ca eine knappe Minute länger gespielt und war sehr melodisch. Als wäre ein Hauch David Gilmour zu spüren.
Die Videoprojektionen auf der Mauer waren sehr intensiv und eindringlich und so kaum zu überbieten. Die Fülle an Bildern, Animationen, Andeutungen, Symbolen und Geräuschen wirken auch Tage nach dem Konzert nach. Die Mauer schloss sich und es ging in die Pause. Während dieser Pause wurden auf der Mauer Bilder gefallener Soldaten, Kinder und Frauen gezeigt. In Schwarz-weiss.
Die zweite Hälfte startete mit »Hey You«. Die Mauer geschlossen, stand sie kalt und grau vor uns. Die Musiker dahinter, keine Videoprojektionen, keine Farbe, keine Regung. Ein beklemmendes Gefühl.
»Comfortably Numb« wurde super gespielt. Meine anfänglichen Bedenken verflogen als oben auf der Mauer das Gitarrensolo startete. Grandios vorgetragen und die Zuschauer dankten es mit einem tosenden Applaus. Dave Kilmister verneigte sich und es schien so als wäre er dankbar es so gespielt haben zu können. Und diesmal war es mehr als ein Hauch von David Gilmour.
Dann bei »Run like hell« standen die Leute auf und kltschten mit. Jetzt ja, denn vorher wäre es oftmals unpassend gewesen, wenn zum Beispiel das Leid einem vor Augen geführt wird. Es war alles da, sogar das fliegende Schwein. Bei »Outside the wall« regnete es Konfetti in Form von Symbolen ( Kreuz, Stern, Shell, Dollars) von der Decke. Alles rote Schnipsel bis auf ein gelber Schmetterling, den wir fangen konnten. Zufall? Oder waren doch mehrere dabei? Sehr gut konnten wir beim Abschied Jon Carin, Harry Waters und Snowy White nochmal in ganzer Größe sehen.
Das Konzert war eine Wucht die einen innerlich trifft und einen noch Tage danach beschäftigt. Es war sozusagen ein seelischer Vorschlaghammer der dort in der Halle einen traf. Positiv ist auch das auffallend wenig Handy-Kameras dabei waren.
Nach dem Konzert fuhren wir mit dem Taxi zurück ins Hotel. Auf der Fahrt erzählte uns der Fahrer das vor uns ein Ehepaar mitfuhr, das auch das Konzert miterlebte. Das zweite Mal nach 30 Jahren. Sie waren aus Düsseldorf angereist.





Es war ein sensationelles Wiederhören und Wiedersehen altbekannter Rhythmen und Melodien meiner Jugend. Von den inzwischen 67 Jahren des ehemaligen geistigen Kopfes von Pink Floyd — Roger Waters — war nichts zu spüren. Er lebte und löste sich in seiner Musik förmlich auf und schlüpfte perfekt in alle Rollen des dargebotenen Musikspektakels »The Wall«. Die Musiker der Band reproduzierten den klassischen Pink Floyd-Sound gekonnt und führten rutiniert durch die komplexe Geschichte von »The Wall«, die mit allen Mitteln der Technik multimedial optisch und akustisch unterstützt wurde. Die obligatorische Pappkartonwand war natürlich auch dabei und diente als Leinwand für die teilweise inhaltsschweren Videos und grafischen Elementen mit sehr aktuellen Bezügen. Schön wäre natürlich ein Mitwirken von David Gilmour und Nick Mason gewesen (wie beim Konzert in London), aber es muss ja auch noch für spätere Gigs Überraschungen geben. Keine Frage, die alten Herren haben es noch immer drauf und verstehen ihr Handwerk. Kurz und gut, es war ein unvergessliches Musikereignis. Vielen Dank an Roger Waters und seine Crew!!
Ich hatte 2 Karten für das Konzert am Freitag. Die lagen fast seit einem Jahr bei mir. Ca. 15:00 erhielt ich einen Anruf eines Mitarbeiters der Holsten Brauerei, das 2 Karten für mich in der Holstenloge reserviert wären. Meine Karten habe ich dann verschenkt, hab damit 2 Menschen glücklich gemacht. 19:00 betrat ich die Loge mit der Erwartung, ein tolles Konzert zu sehen. Was dann aber um 20 21 von Roger Waters dort geboten wurde — unfassbar, was wir, die Zuschauer, an diesem Abend erleben durften. Ich habe die dark side Tour von Waters erlebt, Gilmour im CCH gesehen, war bei in the Flesh in Hannover anwesend, Division Bell Tour 8 Konzerte mit Earls Court — das vorletzte Konzert -, Delicated sound of thunder 6 Konzerte mit Venedig erlebt, aber was Freitag in der O2 Arena ablief war unglaublich. Wie der Zufall so spielt, Sonnabend musste eine Kältestörung an einer Bierbar in der O2 Arena wegen eines Wasserschadens beseitigt werden. Das klappte mit der Tatsache, das ich selbst die Reparatur dann vorgenommen habe (http://klaus-krah.de) und das Konzert am Samstag nun von der Innenraumperspektive nochmal erleben durfte.
Freitag fahre ich in für 8 Tage in Urlaub. Ich hab mir vorgenommen, noch ein Konzert zu sehen, ob es Zürich oder Athen wird, ich weiss es nicht, ich werds aber auf jeden Fall machen.
…wie lange ist eingentlich die Pause?
Ich meine bei der »dsotm«-tour haben die nichtmals ne Ansage gemacht dass es weiter geht!?
Bin am Samstag in Düsseldorf. Mein Vater sitzt im Oberrang und ich im Innenraum…wird wohl nicht für ein kleinen Plausch reichen — ob für den Kauf eines Klatgetränkes oder?
Grüsse
Also in Mannheim waren es mindestens 20 Minuten. Und da wurde auch rechtzeitig vor Pausenende angesagt, wann es weitergeht und dass die Leute zu Ihren Plätzen zurückkehren sollen.
Ich wünsche Dir und Deinem Vater viel Spaß!
Anja
Danke!