|
Ich lebe im Land von Hendrix und Cream. Profil |
|
|
18.07.2006: Im aktuellen Profil Nachrichtenmagazin Nr. 20 gibt es einen 5-seitigen Bericht "In Dino Veritas" von Robert Rotifer über die aktiven Altstars Rolling Stones, The Who und Pink Floyd die fester denn je im Sattel sitzen. Außerdem einen kurzen Interview Auszug von Robert Rotifer das er mit Nick Mason in London anlässlich der "Pulse" DVD Veröffentlichung führte.
Pink Floyd Schlagzeuger Nick Mason über Reunion-Gerüchte, seine Erinnerungen an die Sixties und die Pionierarbeit Syd Barretts.
Profil: Kürzlich präsentierten Sie in London zusammen mit Ihren alten Bandkollegen David Gilmour und Rick Wright die Pink Floyd DVD "Pulse". Nur vier Tage vor diesen PR-Termin hatten Sie vor Zehntausenden im Hyde Park mit Roger Waters alte Pink Floyd Songs gespielt. Wie fühlt sich das im Vergleich an?
NICK MASON: Ziemlich ähnlich. In beiden Konstellationen gibt es wunderbare Musiker, einen angenehme Gesellschaft. Beide Bands sind zu 80% Pink Floyd, aber sowohl in Daves Version als auch in der von Roger fehlt etwas. Ich würde gern wieder mit Pink Floyd in vollem Lineup spielen, alles andere wäre mir nach unserem Auftritt bei "Live 8" unangenehm. Nur zu dritt mit Rick und Dave möchte ich nicht unbedingt noch einmal auf Tour gehen. Interessanterweise ist ja jetzt Roger Waters der jenige, der an einer Wiedervereinigung interessiert wäre, während David nicht mehr so erpicht darauf zu sein scheint. Aber wir sind alle sehr vorsichtig geworden, denn sobald einer von uns andeutet, dass wir wieder zusammen spielen könnten, nehmen die Kartenbüros schon Anzahlungen entgegen.
Die "Pulse" DVD beruht auf einem Konzert aus dem Jahre 1994, das seinerseits das 20-jährige Jubiläum des Original-Albums "Dark Side of the Moon" feierte. Sie beginnen nun also bereits die Jubiläen zu recyclen.
NICK MASON: Ja, es ist schon bizarr, und man muss sich immer genau ansehen, ob es dafür auch wirklich eine Berechtigung gibt. In diesem Fall sind es die 5.1-Stereo-Qualität und die große Menge an zusätzlichem Material, die den Wirbel rechtfertigen.
Sind Sie eigentlich an gegenwärtiger Popmusik interessiert?
NICK MASON: Nein. Verstehen Sie mich nicht falsch, es gibt da Leute, die sehr gute Musik machen, und die Kids spielen heute so viel besser als wir 1965. Meine Söhne lernen in der Schule E-Gitarre, das ist fantastisch. Aber ich selbst lebe immer noch im Land von Hendrix und Cream; für meine Generation ist es schwer, sich in der gleichen Weise wie damals für etwas Neues zu begeistern.
Fühlen Sie sich privilegiert, zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen zu sein?
NICK MASON: Ich fühle mich in jeder Hinsicht privilegiert. Timing ist genauso wichtig wie Talent. Es war schon eigenartig, wie wir damals auf einer Welle dahintrieben, ganz ohne es zu merken. Heute lese ich alte Interviews, in denen wir behaupten, wir wären eine Rhythm-&-Blues-Band, und zwei Wochen später trugen wir alle krauses langes Harr und Kaftans. Wir folgten einer Mission. Wir hatten keine Selbstzweifel. Ich habe immer noch keine Ahnung, wie wir auf die Idee kamen, dass wir ohne Syd Barrett weitermachen könnten. Er schrieb unsere Songs, er war unser Frontmann. Ich glaube, dass wir Syd sehr viel schuldig sind. Er hat viel für uns getan. Manche Leute meinen ja, dass Pink Floyd bereits am Tag, an dem Syd Barrett die Band verließ, zu Ende gegangen sind. |
![]() Nick Mason London 4.7.2006
|