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David Gilmour Interview. |
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AUDIO Magazin 3/2000 Böswillige Kritiker sagen, jetzt kämen Pink Floyd mit der Live-Fassung von "The Wall", um noch mal richtig abzusahnen. DAVID GILMOUR: Ich glaube nicht, daß wir jemals etwas nur wegen des Geldes gemacht haben. Mir geht es finanziell wunderbar. Dieses Album erscheint wegen eines Wertes, der nicht in Dollar gezählt werden kann. Worin besteht dieser besondere Wert? DAVID GILMOUR: Bei dem Live-Set im Earls Court hatten wir eine ausgezeichnete Band, wir waren gut in Form, und es war eine richtig tolle Show. Es gibt auch ein Video dazu... DAVID GILMOUR: Das Konzert wurde sehr schlecht auf Video festgehalten. Aber heute gibt es ja eine Menge technischer Möglichkeiten, so etwas auf digitaler Basis zu verbessern. Ob es jetzt gut genug wird - da müssen Sie Roger fragen. Hat er nicht die Synchronisationsrechte? DAVID GILMOUR: Genau, für den visuellen Teil. Für den Sound braucht er unsere Genehmigung. Wie läuft die Kommunikation mit Roger? DAVID GILMOUR: Es ist vielleicht ein bißchen einfacher geworden, Projekte mit ihm abzuwickeln. Er ist jetzt nicht mehr aus Prinzip gegen alles, was wir wollen. Früher war er einfach scharf auf Streit. Der Pink in der Wall-Story ist ein psychisch kranker, isolierter Mensch. Es heißt, Sie ziehen gerne Parallelen zwischen ihm und Roger Waters. DAVID GILMOUR: Es ist seine Geschichte. Zum Teil sogar seine Lebensgeschichte. Ich glaube aber, in der Person des Pink spiegeln sich auch noch die Charaktere von SB und von Menschen, deren Schicksal wir uns erzählt haben. Was ist ihr Beitrag zu "The Wall Live". DAVID GILMOUR: Den größten Teil des Jobs erledigte unser Toningenieur James Guthrie in den USA. Alle paar Tage schickte er mir CD´s mit seinen Arbeitsergebnissen. Dann setzte ich mich in mein Studio, höre mir das an und mache Notizen. Die schicke ich dann per e-mail an James, der meine Anweisungen umsetzt. Bekommt James auch e-mails von Roger? DAVID GILMOUR: Davon gehe ich aus. Nein. Ich bin sicher. Wann haben Sie Roger zuletzt gesehen? DAVID GILMOUR: Vielleicht vor zwölf Jahren, auf der Geburtstagsparty von Paul Carrack in einem Pub. Und Syd Barrett? DAVID GILMOUR: 1975; er führt ein ruhiges Leben und malt. Was machen Sie mit Ihrem vielen Geld? DAVID GILMOUR: Ich stecke es in mein Hausboot-Studio. Und ich fliege gerne. Ich habe eine halbes Dutzend Flugzeuge, auch aus dem Zweiten Weltkrieg. Stört Sie das Militärische nicht? DAVID GILMOUR: Das ist nicht wichtig für mich. Was nicht heißt, daß ich ein Pazifist in der Art wie Roger bin. Was für eine Art Pazifist sind Sie denn? DAVID GILMOUR: Ich bin gegen den Krieg. Speziell gegen den Angriffskrieg. Aber das bedeutet nicht, daß ich in den 40ern gerne tatenlos zugesehen hätte, wie Adolf in unser Land einmarschiert. Ich bin dafür, daß man sich wehrt. Daß man sich und seine Familie vor Mord, Versklavung und Vergewaltigung schützt. Sie sind für "TW Live" spät dran für das zehnte Jubiläum des Berliner Mauerfalls. Stimmt. Es ist witzig: Die Mauer fiel am 9.11.1989 und The Wall kam am 13.11.1979 heraus. Haben Sie es nachträglich bedauert, daß Sie bei Roger Waters The Wall Performance in Berlin nicht dabei waren? DAVID GILMOUR: Warum sollte ich? Es war ein großartiges Spektakel... DAVID GILMOUR: Stimmt. Halt, richtig großartig war es nicht. Es war Rogers Show. Sie hätten es richten können... DAVID GILMOUR: Nein. Es gibt Dinge, die jenseits meiner Möglichkeiten liegen. Was war die schwierigste Zeit für Pink Floyd? DAVID GILMOUR: Nach "A Saucerful Of Secrets" war es problematisch. Mit "Ummagumma" und "Atom Heart Mother" trieben wir etwas orientierungslos herum. "The Final Cut" war dann ein Tiefpunkt. Und "The Wall"? DAVID GILMOUR: Ein Gipfelpunkt natürlich. Wie geht es nun weiter? DAVID GILMOUR: Ich schreibe Songs, weiß aber noch nicht, ob ich sie nicht für ein eigenes Projekt verwende. Stehen Ihre 7 Kinder auf Pink Floyd? DAVID GILMOUR: Sie interessieren sich nicht sehr für Musik. Wie sehen Sie die junge Musikergeneration? DAVID GILMOUR: Pop-Groups sind eine Sache für junge Leute. Pink Floyd ist also keine Pop-Group? DAVID GILMOUR: Nein. Was denn? DAVID GILMOUR: Wir sind einfach PF. Ende |