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Die Eheleute Joan und Bernard haben sich schon seit langem entfremdet. Ein Tennismatch gibt schließlich den Ausschlag zur Trennung. Der einst erfolgreiche Schriftsteller Bernard zieht gemeinsam mit dem älteren Sohn in eine neue Wohnung, sein jüngerer Bruder solidarisiert sich mit Mutter Joan...
11.12.2006: Noah Baumbachs Komödie erzählt heiter-melancholisch vom Erwachsenwerden in einer Welt, die keine Träume zulässt. Den Film gibt's jetzt auch auf DVD. Das Porträt einer zerbrochenen Familie, aber kein rührendes Melodram wie "Kramer gegen Kramer", sondern eine realitätsnahe Geschichte aus Kinderperspektive und wie aus dem Leben gegriffen. Der 12-jährige Frank und sein 16-jähriger Bruder Walt fallen aus allen Wolken, als ihnen ihre Eltern die Trennung mitteilen. Zwischen dem erfolglosen Literaten Bernard und der erfolgreichen Romanautorin Joan kriselt es schon lange. In dem netten Häuschen in Brooklyn hing der Haussegen schief, nicht nur wegen beruflicher Eifersucht, sondern auch wegen privater – die Gattin hielt es mit der Treue nicht so genau.
Tragik und Komik halten sich die Waage, wenn man bei der Rechteaufteilung die Katze vergessen hat oder Walt völlig ungeniert "Hey You" von Pink Floyd bei einem Musikwettbewerb in der Schule als Eigenkomposition ausgibt und anschließend beim Therapeuten Farbe bekennen muss. Noah Baumbach, selbst in den 80er Jahren in Brooklyn als Sohn eines geschiedenen Literatenehepaares (Vater Romanautor, Mutter Filmkritikerin) aufgewachsen, verarbeitete einen Teil seiner eigenen Jugenderinnerungen und kehrt zu den Stätten seiner Kindheit zurück.
Der Film sei aber keines falls nur autobiografisch, sondern vieles frei erfunden, behauptet er – auch wenn er den Hauptdarsteller die Kleidung seines Vaters tragen ließ, um sich "stärker und unmittelbarer" einzubringen. Das Tennisspiel als Einzelsport spielt eine große Rolle in der Handlung, Metapher für die Vereinzelung der Protagonisten. Und wie Bälle schießen auch die gnadenlos harten Dialoge übers Netz, treffen den anderen ins Mark. Jeff Daniels mimt den nicht gerade sympathischen Pater Familias verletzlich und traurig, Laura Linney die Frau und Mutter resolut und herzlich. Um das "authentische Feeling der 80er Jahr" zu erzeugen, drehte Baumbach auf Super-16 statt auf Digitalvideo. "Der Tintenfisch und der Wal" erzählt heiter-melancholisch vom Erwachsenwerden in einer Welt, die keine Träume zulässt. Keine heile Welt à la Disney & Co, sondern eine wirkliche, die Wunden schlägt und in kleinen Momenten Wunder zulässt. |
Originaltitel: The Squid and the Whale (Australien, 2004)
Darsteller:
Jeff
Daniels (Bernard Barkman)
Kamera:
Robert D. Yeoman Link: Der Tintenfisch und der Wal
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