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Max Dax, seit 2006 Chefredakteur des Musikmagazins "Spex", gab jahrelang die Interviewzeitschrift "Alert" heraus. Dabei entstanden gesprochene (Selbst-)Porträts von (Techno-)Musikern, Künstlern, Regisseuren und Schriftstellern und ganz nebenbei eine Zwischenbilanz der Gegenwartskultur. Gespräche mit: Aphex Twin, Blixa Bargeld, David Bowie, Vashti Bunyan, Diedrich Diederichsen, DJ Hell, Kim Gordon, Juliette Greco, Charlie Haden, Herbie Hancock, Lee Hazelwood, Jenny Holzer, Dennis Hopper, Jörg Immendorf, Lemmy Kilmister, Martin Kippenberger, Alexander Kluge, Claude Lanzmann, Arto Lindsay, Marcel Marceau, Johnny Marr, Thomas Ruff, Helge Schneider, Mark E. Smith, Bernhard Sumner, Mayo Thompson, Caetano Veloso, Roger Waters und Townes van Zandt.
Das Interview mit Roger Waters fand 2006 in Paris statt. Live8 ist noch nicht lange her, und Waters hat noch einiges an Vorwürfen parat. das Interview erschien am 28.5.2006 in der Welt am Sonntag. Hier ein kurzer Auszug:
Waters: "Wein, Frauen und Rock - wir hatten Hunger nach meßbarem Erfolg". "Ich glaube nicht, daß Dave meine Songs jemals verstanden hat. Aber das sind Nuancen, die möglicherweise nur mir auffallen. Wenn ich mir Pink Floyd heute angucke, fühle ich mich so, als würde ich mir eine Pink-Floyd-Cover-Band ansehen. "
Und wie kam es zur Wiedervereinigung der größten Band der jüngeren Popgeschichte? ROGER WATERS: Irgendwann bekam ich einen Anruf von Nick Mason. Er meinte, er würde gern bei Live-8 auftreten, aber Dave hätte keinen Bock. Wissen Sie: Man kann David Gilmour nicht einfach anrufen und fragen, ob er auftreten möchte. Man muß ihm einen diplomatischen Teppich ausrollen. Ich rief also Bob Geldof an und erklärte ihm, wie man mit Dave reden muß. Die Konversation verlief ein paar Wochen lang elliptisch. Dann gab es dieses surreale Telefonat, in welchem Bob mir einen vom Weltfrieden erzählte, und wie wichtig diese Veranstaltung für die Afrikaner sei.
Stimmt es, daß Pink Floyd 250 Millionen Dollar angeboten wurden, falls sie sich wiedervereinigen? ROGER WATERS: Das stimmt. Wir hätten dafür aber auf Tour gehen müssen.
Das müßte doch selbst für einen reichen Mann wie Sie viel Geld sein. ROGER WATERS: Wenn Sie mich fragen: für jeden. Ich weiß noch genau, wie mir der Vertrag vorgelegt wurde und man um meine Unterschrift bat.
Und? Haben Sie unterschrieben? ROGER WATERS: Nein. Wo denken Sie hin?
Warum denn nicht? War es für Ihren Geschmack nicht genug Geld? ROGER WATERS: Doch, aber ich glaube, daß Herr Gilmour sich auf dieser Tour sehr unwohl gefühlt hätte. Er hat sich so sehr an den Gedanken gewöhnt, daß er Pink Floyd ist, daß er sich nicht, auch für alles Geld der Welt nicht, vorstellen kann, jemanden wie mich neben sich zu dulden. Mehr als die vier Songs für Live-8 kann man Dave nicht zumuten.
Wenn es also nicht zu einer Reunion kommen sollte - für was sollten Pink Floyd noch in Erinnerung bleiben? ROGER WATERS: Vor allem für drei Alben: "Dark Side Of The Moon", "The Wall" und "Wish You Were Here". Vielleicht noch "Animals". |
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