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Rick Wright veröffentlicht Konzeptalbum! von Werner Haider
1.12.1996: Zuerst wartet man viele viele Jahre auf ein neues Album, dann urplötzlich ist es da, man spielt es zum ersten Mal ab, die Spannung, die Freude darüber steht einem ins Gesicht geschrieben. Und jetzt beginnen wir bereits mit einem Rückblick. Deshalb hat Rick Wrights "Broken China" Album nicht an Glanz verloren, keinesfalls. Bei den vielen unterschiedlichen Meinungen, die ich nun gehört habe, fällt mir auf, dass viele begeistert sind, einige nicht recht wissen wie sie das Album bewerten sollen aber nur ganz wenige gar nichts mit Broken China anfangen können. Ich persönlich bin immer noch schwer beeindruckt von Broken China. Warum? Für mich ist dieses Album der abermalige Beweis des Unikums, dass die einzelnen Mitglieder der Gruppe Pink Floyd darstellen. Es scheint unter ihnen eine Seelenverwandtschaft geben zu müssen. Oder hat sie Roger Waters über all die Jahre mit seinen Weltanschauungen geprägt. Keinem der Herren gelingt es, ein Album zu schreiben, das sich mit den Beiläufigkeiten des Lebens befasst, immer wieder zieht es sie zu Kummer und Sorgen, unserer Existenzen.
Die Musik und der Text ergeben ein wunderbares Konglomerat aus Gefühlen, Vorstellungen und Träumen. Das ist es, das die Pink Floyd Musiker so gut auszudrücken verstehen, und was Pink Floyd ausmacht. Von Dark Side Of The Moon, Wish You Were Here, Animals, The Wall, The Final Cut, A Momentary Lapse Of Reason, The Division Bell, About Face, Pros And Cons Of HitchHiking, Radio Kaos, Amused To Death, Wet Dream und Broken China, alles Musik und Text der schweren Art. Es ist dabei nicht zwingend die Sprache der Autoren zu verstehen um zu verstehen was ausgedrückt werden will. Broken China ist ein Album, das die voll Aufmerksamkeit des Hörers einfordert. Es reicht nicht, das Album einfach abzuspielen, man muss schon auch Zuhören. Fehlt die Aufmerksamkeit wird man aus diesem Album nicht klug werden.
Rick Wright plante ursprünglich ein Instrumental Album, kam jedoch davon ab, als er Anthony Moore zum Gespräch über Broken China einlud und ihn involvierte. Er wollte auch nicht einen Ton auf diesem Album singen, suchte nach geeigneten Männer - und Frauenstimmen. Durch Spielerrein und ermutigt von Anthony Moore kam Rick von seinen ursprünglichen Plänen ab, arbeitete mit Moore an Textstrukturen und begann zu singen. Das Album wurde in vier großen Themen unterteilt, die Kindheit der Beginn allen Übels, Erwachsenwerden, die Depression und das Sich - herauslösen aus dieser, das Glücklichwerden. Das Konzept klingt einfach und folgt fast einer Krankenanamnese, wie sie bei der Aufnahme eines Patienten in Krankenhäuser angelegt wird. Mit der Krankengeschichte seiner "guten" Freundin setzte sich Rick sehr auseinander, lernte viel über das Krankheitsbild der Depression, verfolgte den Genesungsprozess genau und brachte seine dabei gewonnenen Gefühle, Ansichten und Meinungen zu Papier und schließlich auf CD.
Auch wenn das Album kein kommerzieller Erfolg wurde - in Österreich wurden knapp 1.000 und in Deutschland 10.000 Stück verkauft, in den USA ist Broken China noch gar nicht im Handel, es bleibt bestehen, und es hat vielen Leuten imponiert, was in diesem Rick Wright alles steckt. Freuen wir uns auf sein nächstes Projekt. Rick Wright über Broken China:
Mit der Überschrift: "WENN DER DINO RUHT - Pink Floyd Keyboarder füllt die Lücke!" gab es im November 1996 Rolling Stone Magazin einen kurzen Bericht, mit Auszügen eines Interviews. Graue Wolken über Köln. Und keine Aussicht auf Besserung. Der Blick aus dem Hotelfenster fällt direkt auf den Dom. "Incredible." Rick Wright ist gut drauf. Der Mann entwickelt seine ganz eigene, leise Version von Humor, die er mit kaum merklichem Grinsen unters Volk bringt. "Pink Floyd haben immer über die Welt geschrieben, über uns. Seit Money spätestens. Broken China ist ein Album über mich. Und ich muß gestehen, daß ich nicht total glücklich mit dem Sound von Floyd war und meine eigene musikalische Richtung gesucht habe." Im Klartext: Wright, Floyd-Keyboarder seit Anbeginn, hat Urlaub von der Band zwecks Selbstverwirklichung genommen. Und was macht eine Rocklegende in ihrer Freizeit? Eine Promotour durch Europa. Motto: Tue Gutes und rede darüber! Das hört sich so an: "Ich bin wirklich glücklich für diese LP werben zu dürfen. Geht und kauft sie, während der Dinosaurier schläft. David muss sagen, wann er zum nächsten Floyd-Album bereit ist." Das Szenario ist gesteckt, die Regeln bleiben gewahrt. Auf Broken China spielt Wright Floyd und doch nicht Floyd. Der Sound von Floyd-Tour-Gitarristen Tim Renwick lotet jedenfalls keine neuen Dimensionen aus. Eher ist es schon Drummer Manu Katché, der dem Konzeptwerk die eine oder andere ungewohnt jazzige Note gibt. Und Sinead O´Connor, die zwei Stücken ihre Stimme leiht. "Ich dachte, sie sagt nein. Aber sie liebte die Texte." Doch das nach Wet Dream zweite Solo-Album Wright´s wäre nie eins geworden, hätte sein Protagonist nicht ein Erlebnis der besonderen Art gehabt: "Anfangs wusste ich überhaupt nicht, was ich mit meinen Songs sollte. Aber dann bekam eine Freundin von mir schwere Depressionen. Und in denen erkannte auch ich meine düsteren Ängste. In den Songs spreche ich zu ihr, dabei lernte ich viel über mich selbst." Und Pink Floyd-Boss Gilmour hat bereits seinen Segen gegeben: "Gutes Album."
Breakthrough - Richard Wright & David Gilmour 2002
Kurier (Tageszeitung): Rick Wright über Broken China: Ein Freund litt unter Depressionen, dadurch durchlebte auch ich eine sehr emotionelle Phase. Als Musiker verarbeitest du so etwas mit Musik. Der erste Teil behandelt die Kindheit, einer die Pubertät und einer die Flucht in die Depression. Der vierte erzählt, wie man damit fertig wird. Ich mag diesen thematischen Zugang, den wir auch bei Pink Floyd verwenden. Über Anthony Moore: Ich gab die Themen vor und wollte, dass bestimmte Wörter vorkommen. Über seine eigenen Texte auf früheren Alben: Die waren nicht sehr aussagekräftig. Ich weiß jetzt, dass ich keine Texte schreiben kann. Roger Waters war ein sehr guter Lyriker, aber kein so guter Musiker. Über Sinead O`Connor: Als ich die Songs schrieb, hatte ich immer ihre Stimme im Kopf, sie fand das Konzept des Albums großartig und sagte zu. Über eine mögliche Wiedervereinigung mit Roger Waters: Wir sprechen nicht mit ihm, und er nicht mit uns. Aber wer weiß, was in zehn Jahren sein wird? Die Eagles oder Steely Dan haben es ja auch geschafft. Über Alan Parsons sein Dark Side Input: Jeder liebt die Platte wegen ihrer Klangqualität. Das ist zu einem guten Teil Alans Verdienst. Er war ein guter Toningenieur, aber das war sein Job. Die Direktiven kamen von der Band. Dark Side hat ihm geholfen, seine Karriere zu starten. Er kann sich nicht beschweren.
Mojo Magazin: Warum fiel die Wahl auf Sinaed O`Connor? Rick Wright: Wir brauchten noch eine Frau für zwei Stücke, die die Stimme der Person sein sollte um die es thematisch ging. Sinead war unsere erste Wahl und ehrlich gesagt dachte ich nicht eine Minute daran dass sie zusagen würde. Bist Du nun wieder ein Mitglied von Pink Floyd? Rick Wright: Ja. Es war gut, an dem Division Bell Album von Anfang an mit zuarbeiten, als wie bei.......... Momentary in der Mitte einzusteigen. Aber ich glaube immer noch, dass wir weiter hätten gehen sollen, beim Erstellen eines Floyd Albums. Wir sollten wie früher unseren Alben ein Thema unterlegen und die Songs ineinander verbinden. Das ist etwas bei dem ich unseren Fans sehr nahe bin, und bei meinem eigenen Album wollte ich das unbedingt verwirklichen. Werden Pink Floyd ein weiteres Album aufnehmen? Rick Wright: Möglich. Pink Floyd ist wie eine Ehe die permanent versuchsweise getrennt wird. Wir scheinen uns auf einen 6-7 Jahre Zyklus eingestellt zu haben in dem wir dann ein Album aufnehmen, es könnte also leicht sein, dass wir unser nächstes Album im nächsten Jahrtausend veröffentlichen. Und wir werden dann auch nicht eine aufwendigere Lichtshow bieten und hoffen dann, dass unser Publikum uns in den Rollstühlen nicht erkennen kann. Hast Du noch Kontakt zu Syd Barrett? Rick Wright: Ich habe gelesen, dass er nun Blind werden soll, aufgrund einer Krankheit. Es ist furchtbar traurig. Wir gehen nicht zu ihm, weil er wann immer er an Pink Floyd erinnert wird für Wochen in eine Depression verfällt. Seine Mutter bat uns vor Jahren, dass wir von ihm fern blieben sollten, die meiste Zeit über geht es ihm ganz gut, aber eines unserer Gesichter kann alles in Sekunden ändern. Fans:
Mathias Sonntag, Nürnberg (Germany): Obwohl die 3. Wright Solo LP ein geniales Werk darstellt, wird sie hoffentlich nicht, wie die Vorgänger Projekte, zum Ladenhüter. Wie begründet sich der Widerspruch. Genial und Ladenhüter? Viele, der neu hinzugekommenen "Pink Floyd Liebhaber" werden dieses Werk mit der letzten Gemeinschaftsarbeit "The Division Bell" vergleichen und ältere Floydwerke kaum oder nur flüchtig kennen. Und genau dieser Umstand wird "Broken China" zum Verhängnis werden, denn diese Platte hat, außer dem Schlussakkord des vorletzten Titels, nichts mit Division Bell gemeinsam. Und das ist gut so, denn genau dadurch erhält sie, teilweise in Anlehnung an frühere Floydwerke, ihre Brillanz. Eine Platte, wie man sie sich von Floyd nur hätte wünschen können, als vierteiliges Konzeptalbum durchkonzipiert, konstruktiv und allerdings erst nach mehrmaligem intensivem Anhören dem Zuhörer sich vollkommen erschließend. Absolut keine Platte für Geburtstagsfeiern oder dem stressigen Stau auf der Autobahn, welches sich in den folgenden 60 Minuten sporadisch entlädt und immer wieder neu auflädt. Man begibt sich auf eine Reise in floydianische Zeiten ohne die Herren Gilmour, Mason und Waters. Die von Wright ausgewählten Studiomusiker sprechen für die Instrumentierung, und die Qualität in Q. Sound spricht für die Perfektion im Studio. Das Werk stellt eine erhebliche Bereicherung im Schaffen von Rick Wright dar, welcher teilweise Neuland betritt, was einer gewissen Eingewöhnungsphase bedarf. Die Platte beginnt mit einem elektronischen Gewitter. Besonders hervorzuheben ist die Dynamik des Werkes - depressive Moll - Passagen, dem Anliegen der Arbeit entsprechend, im Wechsel mit hoffnungsvollen, kraftvoll gespielten Stücken mit Psychodelic Anleihen, eben Pink Floyd aus früheren Zeiten. Ein Nachteil ist dennoch vorhanden, auch wenn es ein Solo Floyd ist, sollte man objektiv bleiben, und dieser besteht im vorliegenden Fehlen von Saxophon und viel zuwenig von Wrights Pianokunst auf dem akustischen Klavier, neben viel Synthesizer. Zur Erinnerung, die herrlichen Saxophonpassagen von Dick Parry zu "Wearing the Inside out" musste ich leider vermissen, schon 1978 gefiel mir Mel Collins auf dem Solowerk "Wet Dream" besonders gut, diesmal hat Wright diesem Instrument leider keinen Raum gelassen, schade! Hintergründige Lyrik, Zellophan klare Keyboardklänge und ruhige Baßlinien geben den einzelnen Stücken einen unverwechselbaren, eigenwilligen aber keinesfalls oberflächlichen Charakter. Zitat: Insgesamt bleibt dieses Album der eindrucksvolle Beweis für die eigenwillige Ausdrucksskala von Richard Wright: eine Musik, deren atmosphärischem Sog sich kaum einer entziehen. Man muss sich Zeit zum Verstehen dieser Musik nehmen und die Kunst des Zuhörens kennen, um das Anliegen von Wright zu ergründen. Nach Möglichkeit nicht für depressive Phasen aber dies wurde uns schon von Roger Waters und seinen anfänglichen Soloprojekten beigebracht. Abschließend ist die Platte als sehr gut zu beurteilen, und man kann nur hoffen, dass sie nicht zum Ladenhüter wird, aber eventuell kann da schon der kleine Coveraufkleber "From Pink Floyd" Abhilfe schaffen, da es ja noch Käufer geben soll, die nach dem verzeichneten Namen ihre Plattensammlung zusammenstellen. Primär will Wright den Zustand menschlicher Depressionen musikalisch und lyrisch beschreiben; sollte er jedoch in zweiter Hinsicht mit dem Plattentitel den gegenwärtigen Zustand von Pink Floyd meinen, zerbrochenes Porzellan?
Uwe Sailer, Reutlingen (Deutschland): Das ist wirklich schwere Kost!! Manchmal habe ich den Eindruck, Rick möchte Roger Waters in Sachen "Untergangsstimmung" noch übertreffen. Auf jeden Fall muss man das Album oft hören; es scheint, dass hier wirklich die Zeit erst die wahren Stärken des Albums zur Geltung bringt. Beste Titel meiner Meinung nach: Furry Toys, Runnaway, Satellite, Woman of Custom, Reaching for the Rail, Sweet Juli, Shoreline und Breakthrough.
Ingo Bräuer, Weimar (Germany): Mir gefällt Ricks neue Scheibe sehr gut, das Warten hat sich gelohnt.
Peter Schernthaner, Saalfelden (Austria): Die Neue von Rick Wright - ich finde sie super!!
Walter Scharler, Wetzawinkl (Austria): Die CD Broken China gefällt mir wesentlich besser als das The Division Bell Album. Einiges erinnert an alte Floyd Zeiten. Nicht so kommerziell, ich hoffe, dass sich das Album gut verkauft und es zu einer Tournee kommt.
Ralf Höntsch, Münster (Germany): Storm Thorgerson´s Handschrift ist beim Cover Design wohl unverkennbar. Optische und auch akustische Ähnlichkeiten in der Aufmachung zwischen Floyds Division Bell und diesem Solo Werk drängen sich mir da schon auf Irgendwo scheint auch immer einwenig Obscured by Clouds, The Wall und Momentary Lapse of Reason mit zu schwingen, ebenso glaube ich oftmals die Gitarre von Mark Knopfler heraus zuhören. Zunächst wirkte das Album auf mich noch nicht ganz "rund"; es gab recht krasse Höhen und Tiefen. Mittlerweile nach cirka zehnmaligem hören denke ich, dass harmonische Melodien im Gegensatz zu recht harten Dissonanzen, sowie die gleichzeitigen verschiedenen Tempi von Musik und Gesang für eine gelungen Umsetzung des Themas stehen dürften. Ein Genus für Freunde von Ricks Stimme; auch Sinead kommt gut an. Um ein abschließendes Urteil abgeben zu können, wird jedoch noch mehrmaliges Anhören nötig sein und jedes Hineinhören wird mit Sicherheit neue Eindrücke mit sich bringen. Favoriten habe ich noch keine, jedoch gefallen mir Night Of Thousand Furry Toys, Satellite und Along the Shoreline auf Anhieb recht gut. Leider fehlt mir noch der Vergleich zu den früheren Solo - Werken von Rick, aber fehlen sollte dieses Teil in keinem Plattenregal! Fazit: Nicht grandios, aber mehr als nur gut!!
Musikexpress: Der Musikexpress gab dem neuen Wright Album 2 Sterne, was soviel bedeutet wie "LAU". Zur Kritik selbst: Ja, ja, die künstlerische Selbstverwirklichung; Musiker machen Platten ja nie so richtig freiwillig; sie müssen meistens. Besonders tragisch Folgen für den Hörer hat es, wenn dieser Drang Künstler aus einem sie gar so einengenden Bandgefüge ausbrechen lässt ("Soloprojekt" nennt man solche fatalen Auswüchse). Jetzt muss Rick Wright. Und mein Gott, was sollte man erwarten ... Broken China klingt zuallerst nach Pink Floyd in ihrer schwächsten Phase (und das ist mit Verlaub, - hier schreibt ein Pink Floyd - Möger, bei dieser Band seit Anfang der 70er Jahre fast immer die gerade Aktuelle gewesen - so auch dieser Tage): tausende Klangeffekte, die einem fast alle irgendwoher bekannt vorkommen, bluesige Gitarren im freien Raum-Hall, spaceige Synthie - Teppiche, sogar die guten alten, irrsinnig atmosphärisches Gelaber Samples und Jahrmarkts-Geräusche hat Onkel Rick mitgebracht und ins prätentiös schwammige Gedudel eingemengt. Eine Platte, die einlädt zum Gähnen und Einschlafen. Lasst uns - und dieser Aufruf richtet sich speziell an Euch, die ProgRock-Gemeinde, die ihr wohl schon wieder die Federn für böse Briefe spitzt - lasst uns dieses Album einfach gnädig ignorieren, trotzig ein paar alte Floyd-Klassiker in die High-End Anlage knallen, und trippen, bis die Goldschicht abdampft.
Q: Dezember Ausgabe 96 des Q, beurteilte Broken China mit 2 Sternen (= Durchschnittlich, mit Vorsicht zu behandeln), folgendermaßen: Rick Wrights drittes Solo-Album lädt uns zu so vielen Vergleichen zu Pink Floyd ein, dass es unmöglich ist, sie außer acht zu lassen. Dazu kommen noch Tim Renwick und Anthony Moore, die beide durch ihre Arbeit mit Floyd bekannt sind. Letzterer hat dieses Album mit produziert und die Texte unter der Direktion von Wright geschrieben. Das Thema dieses Konzeptalbums lautet klinische Depression und die Heilung von dieser die bei den letzten beiden Songs spürbar wird. Die Texte sind so unermüdlich trostlos, kalt und rau, wie alles, was wir von Roger Waters kennen. Der Klang, ist auch wieder Pink Floyd pur, die grazilen Synthesizer Wolken, die bluesige Gilmour typischen Gitarren, atmosphärische Toneffekte, Donner, spielende Kinder und so weiter. So, worin liegt eigentlich der Unterschied zu einem Pink Floyd Album? Manu Katché und Pino Palladino sind die Rythmusektion, da sind zwei schöne Gaststimmen von Sinead O´Connor - und das war es dann auch schon. Der Rest ist Wrights schweifende, sich dahin schlängelnde, nicht sehr melodische Musik, und die unverbindliche Texte. Fazit: Rick Wright klingt merkwürdig nach Pink Floyd.
Oldiemarkt: Wie auf seiner ersten Soloplatte vor fast 20 Jahren verzichtet das Urgestein der englischen Progressiv Szene auf spektakuläre Elemente. Das Konzeptalbum kann man mit einem breiten Strom vergleichen, der ruhig dahin fließt, dafür eine durchwegs melodische Musik, die auf der Basis der elektronischen Tasteninstrumente daherkommt und insgesamt sehr beruhigend wirkt, da die Musik den Hörer irgendwann sanft einlullt und in ihren Bann schlägt, ohne dass man das unbedingt sofort merkt.
News: klassisch inspirierte Soundcollagen mit Floyd-typischen Ideen. Ein Konzeptalbum über Leben und Tod mit Sinead O`Connor als Gaststar. Wer auf sphärische Keyboard Klänge und ausgeprägte musikalische Ideen schwört, wird mit Broken China seine helle Freude haben. Die ersten beiden Solo Alben floppten total. Mit Floyd-typischer Marketing Power und O`Connors Hilfe könnte es diesmal vielleicht klappen.
X-Fact: Sein Name ist untrennbar mit dem der Band verbunden, der er angehört: PINK FLOYD ist die Band, mit der sich Rick Wright die Butter aufs Brot verdient. Seine Keyboardsounds und seine Klangkaskaden sind mit das Erfolgsrezept der wohl populärsten Psychedelic-Rockband der Rockgeschichte. Obwohl er sich nie beklagen konnte, unternahm er schon einige Solo-Ausflüge, die sich mehr als lohnten: 1978 kam mit Wet Dream ein Album der Superlative auf den Markt. Für das sehr experimentell ausgefallene Album Identity (84) musste er ein paar Minuspunkte einstecken, doch mit dem brandaktuellem Album Broken China macht er locker wieder alles wett. Epenhafte Hymnen dominieren dieses Album. diese klangcollagen sind aber auch Wrights große Stärken. Unterstützt wird er auf den 16 neuen Tracks von den Gitarristen Tim Renwick (Floyd-Tour-Gitarrsit) und Dominic Miller (Sting), von Drummer Manu Katche und dem Ausnahmebassisten Pino Palladino. Die Überraschung des Albums sind aber die beiden Songs Reaching For The Rail und Breakthrough, bei denen Sinead O´Connor die Leadvocals mehr als kompetent übernimmt! Ansonsten singt der Meister Wright selbst und das gar nicht mal so schlecht. Broken China klingt mehr nach Pink Floyd, als seine ersten beiden Soloalben. Und das wird die Floydfans sicherlich freuen, denn ein neues Album der britischen Megaband ist so schnell nicht in Aussicht. Leider will Wright mit seinem neuen Album nicht auf Tour gehen, womit das Album als Trostpflaster herhalten muss. Und an dem kann man sich nicht satt hören!! Ein Album, welches auf der ganzen Linie überzeugt!!! |
Broken China:
Songs:
01. Breaking Water (Wright/Moore) 2:28
Remix: Instrumental Remix Tracks from the "Broken China" (UK promo by The Orb)
Musiker:
Richard Wright – keyboards, piano, programming, synthesizer, vocals
Artwork: Storm Thorgerson
Webseite:
Produktion:
Richard Wright
Studio: Studio Harmonie (Writghs Heimstudio in Frankreich) Astoria
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