19.04.2007 HAMBURG Colour-Line-Arena |
|
|
It means a lot to
us.
von Henning Sigge Das Waters-Konzert in der Hamburger Colorline Arena hat mir sehr sehr gut gefallen - schön zu sehen, nachdem das einzige Deutschland-Konzert im letzten Jahr in Berlin nicht unbedingt zu Waters besten Momenten gezählt werden konnte. Waters hat seine Dark Side of the Moon-Show kräftig
überarbeitet und das hat der Sache gut getan: Das Lichtdesign
ist jetzt sehr zurückhaltend aber präzise und effektvoll. Die
Filme sind jetzt überwältigend und bilden eine schöne
erzählerische Klammer für das ganze Set. Gut das der Lichtzaun
hinter den Musikern verschwunden ist, ebenso wie die
kreisförmige Traverse mit Lampen, (die wohl im letzten Jahr für
den nötigen Floyd-Wiedererkennungswert sorgen sollte).
Erstaunlich fand ich allerdings, dass die Anordnung und Art der
neuen Beleuchtung fast exakt der On an Island Tour von Gilmour
entsprachen - was einmal gut war, kann zweimal wohl nicht
schlecht sein. Marc Brickman ist ein Meister seines Fachs
und erzeugt mit einfachen Mitteln tolle Bühnenbilder: zum
Beispiel einen Wald aus schlanken, weißen Lichtstelen bei CN
(Erinnerte mich an eine ähnliche Sequenz im zweiten Teil von
Echoes bei Gilmour 2006). Dark Side war annährend perfekt dargeboten,
Great Gig in the Sky war unheimlich schön gesungen (von Carol
Kenyon) und der Knaller. Es ist toll in diesem Lied (und
überhaupt im Dark Side-Set) Waters typisches Bassspiel wieder zu
hören: teilweise klingt sein beschränktes, aber eben markantes
Spiel wie auf Aufnahmen von 1973-75! Weitere Höhepunkte waren On
the Run, Any Colour You Like und Brain Damage, Eclipse (letztere
mit der verdammt coolen Laserpyramide). Nicht ganz so gut
gefallen hat mir Us and Them, mit dem etwas übermotivierten
Getrommel von Graham Broad im Refrain. Nichts zu spüren
von Nick Masons lässigem, ökonomischem Spiel. Auch Money war
gestern Abend nicht so mitreißend wie sonst schon mal gehört. Waters war während der Show sehr um Kontaktaufnahme mit dem
Publikum bemüht: Er lächelte und zeigte immer wieder ins
Publikum, winkte fleißig vom Bühnenrand. Er schien noch mehr als
sonst gerührt von der Begeisterung des Publikums, das schon im
ersten Set fleißig Szeneapplaus und Standing Ovations spendete.
Waters bedankte sich immer wieder ausgiebig („It means a lot to
us“). |
Links:
Fotos von Arne-Christian Sigge |
|
Gestern Abend, das war richtig gut. von Klaus Krah Stoff für die Diskussion - pro - kontra - Waters - Gilmour kann und werd ich nicht liefern ! Männer haben halt das Problem mit verletzten Eitelkeiten und nicht vorhandener Souveränität. Jeder von den beiden bringt uns Pink Floyd. Wir können ja froh sein, das Gilmour und Waters Konzerte geben. Zum Konzert: Ich hatte das Glück in der Holsten - Loge zu sitzen mit phantastischem Blick auf Stage, nem frischen Holsten und meinem PF – Kollegen, Peter Kowalski mit dem ich reichlich Pink Floyd Konzerte, u. a. Venedig, Paris, Göteborg, London, Gilmour, - Coverbands - Australian PF, The Machine, Pulse in Trier, Echoes im Logo erlebt habe. Richtig freudig war ich überrascht, als ich die Tür zur Loge öffnete dort mir langzeit bekannte Geschäftsfreunde und Kunden erblickte. Das die allesamt auch mit dem – ich nenn es mal Pink Floyd – Virus verseucht sind, hab ich nie vermutet. Doch, Wolfgang Land – Markthalle Hamburg - mit Sohn, das wusste ich. Die beiden hab ich am 16.08.1994 zum Konzert in Hannover mitgenommen. Seitdem auch Pink Floyd – krank J Das Gilmour nicht zu covern ist, war glaub ich jedem Besucher klar. Roger Waters und Band haben gestern eine Superleistung abgegeben. Ich bin dankbar dafür, dies miterlebt haben zu können. Wenn ich die Zeit habe, werd ich glatt mir am 01. Mai in Augustenborg das noch mal gönnen. |
|
|
Hamburg war der
Höhepunkt. von Torsten Boye Ich selbst habe inzwischen schon einige Pink-Floyd-
(1987er Inkarnation), Roger-Waters- und David-Gilmour-Konzerte gesehen,
aber jenes vom gestrigen Abend war für mich der Höhepunkt. Waters und
die anderen tollen Musiker spielten mit einer wahnsinnigen, für jeden im
Publikum sicht- und spürbaren Freude! |
|
|
Roger Waters in der Color-Line-Arena. Fünf-Sterne-Klassiker statt aufgewärmter Revival-Happen Von Lutz Wendler Hamburg - Was ist das für ein Rock-Konzert, bei dem Fans im Anzug per Taxi vorfahren? Wo nebenan auf dem Parkplatz reichlich Pkw der gehobenen Mittelklasse stehen. Und die Generation 50plus aus Norddeutschland, Dänemark und sogar Osteuropa anreist, um sich an die "Happiest Days of Our Lives" zu erinnern - auf gepolsterten Stühlen in der Color-Line-Arena. Die Antwort klingt paradox: Roger Waters' Programm "The Dark Side of the Moon - Live", das seit 2006 weltweit unterwegs ist und am Donnerstag in Hamburg Station machte, setzt als Rock-Konzert Maßstäbe, obwohl es eher an große Oper erinnert. Der Clou an der Sache ist, dass Waters sich der Klassizität seiner Pink-Floyd-Songs bewusst ist und sie auf höchstmöglichem Niveau inszeniert. Was anders klingt und aussieht als bei Kollegen, die als Altherren-Band auftreten und routiniert ihr Best-of runterschrammeln. Oder bei einem chronisch schlecht gelaunten Alt-Barden, bei dessen Eigeninterpretationen das Publikum auf gute Tagesform hoffen muss. Waters hingegen gelingt eine Gratwanderung: Sein Konzert ist über jeden Revival-Verdacht erhaben, aber er improvisiert auch nicht, sondern nimmt seine Songs als das, was sie sind: zeitlos nämlich. Und obwohl sein Programm, nicht zuletzt durch die Synchronisation der Musik mit Video- und Lasershow, kaum Spielraum für Spontaneität lässt und in Hamburg wohl nicht anders rüberkommt als in Buenos Aires, entsteht Emotion. Denn Waters hat das eigene Werk zu einer persönlichen Geschichte gemacht, mit der jeder etwas anfangen kann. Das beginnt schon, bevor die Band die Bühne betritt, die zunächst ganz Fifties-Stillleben ist. Im Zentrum der Projektion steht ein Riesen-Röhrenradio. Irgendwann kommt eine Hand ins Bild und wechselt den Sender, von Vera Lynn zu Elvis, von Abba zu "My Funny Valentine", bevor "In the Flesh" von "The Wall" direkt ins Konzert hineinführt. Es folgt mit "Set the Controls for the Heart of the Sun", "Shine on You Crazy Diamond" und "Wish You Were Here" eine zärtliche Hommage an das 2006 gestorbene Pink-Floyd-Gründungsmitglied Syd Barrett. Danach die Erinnerung an den 1944 gefallenen Vater, die mit zwei Songs des anti-militaristischen Albums "Final Cut" übergeht in die Kritik des Irak-Krieges. Zu Comic-Bildern erzählt Waters die suggestiv-wirksame Story von "Leaving Beirut". Und zu "Sheep" von "Animals" fliegt ein propellergetriebenes Schwein mit Anti-Bush-Slogans durch die Arena. Herzstück ist das komplett gespielte, der Tour den Titel gebende Album "The Dark Side of the Moon". Und hier gelingen der exzellenten Band - beispielsweise in Graham Broads perkussivem Einstieg zu "Time" oder im Gitarren-Jam von Dave Kilminster und Snowy White nach dem swingenden Mittelteil von "Money" - Momente, bei denen man sich wünscht, dass sie nicht aufhören. Schließlich stellt der entspannt-freundliche Waters seine von Gitarrist Andy Fairweather-Low bis hin zur Backing-Vokalistin Katie Kissoon exzellent besetzte Band vor und startet die üppige "The Wall"-Zugabe mit "The Happiest Days of Our Lives" - nach fast drei Stunden ist klar, dass es glückliche Tage ohne Haltbarkeitsdatum gibt. Info: Torsten Boye |
|
| Back to the Top | |