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War das jetzt eine Pink Floyd Coverband mit Roger Waters?
Bericht von Hans-Jürgen Müller
Songliste:
01. In The Flesh
02. Mother
03. Set The Controls For The Heart Of The Sun
04. Shine On You Crazy Diamond Pt.1-5
05. Have A Cigar
06. Wish You Were Here
07. Southampton Dock
08. The Fletcher Memorial Home
09. Perfect Sense Pt.1
10. Perfect Sense Pt.2
11. Leaving Beirut
12. Sheep
13. Speak To Me
14. Breathe
15. On The Run
16. Time
17. Breathe Reprise
18. The Great Gig In The Sky
19. Money
20. Us And Them
21. Any Colour You Like
22. Brain Damage
23. Eclipse
24. The Happiest Days Of Our Lives
25. Another Brick In The Wall
Pt.2
26. Vera
27. Bring The Boys Back Home
28. Comfortably Numb
Die Wuhlheide in Berlin ist ein fantastischer Ort für ein Open
Air Konzert: Wie ein altes Amphitheater mit steilen Rängen. Es
war wunderbares Wetter mit blauem Himmel und fast Vollmond, der seine Bahn langsam über das große Zelt der Bühne zog, während
Waters dort unten "The Dark Side Of The Moon" intonierte - welch
ein Anblick!
Der erste Teil der Show beinhaltete mit Ausnahme der beiden Teile von 'Perfect
Sense' und dem neuen Song 'Leaving Beirut' nur Songs aus der Pink Floyd-Zeit von Waters, also noch weniger Songs aus
seiner Solo-Karriere als bei seiner letzten Tour. Warum eigentlich? Er könnte doch locker mit seinen eigenen Songs einen
Abend gestalten!
Da die Show bereits um 19:41 Uhr bei strahlendem Sonnenschein begann, war im ersten Teil (Ausnahme: Leaving Beirut) kaum etwas
von den Filmen auf der großen Leinwand zu erkennen. Dies sollte dann im zweiten Teil besser werden.
Roger hatte stimmliche Probleme und klang manchmal richtig
heiser. Seine Band war wirklich gut, mit Ausnahme von diesem Dave Kilminster, der nichts besseres zu tun hatte als ständig sein
langes Haupthaar herumzuwirbeln und dramatisch den Gitarrenhals seiner giftgrünen Gitarre nach oben zu recken. Das sah ziemlich
lächerlich aus! Er hätte sich besser auf sein Gitarrenspiel konzentriert, denn da gäbe es noch genug zu verbessern.
Letztendlich blieb bei den Floyd-Songs festzustellen, dass auch 2 Gitarristen (ein fragwürdiger Kilminster und ein großartiger
Snowy White) nicht in der Lage waren, die Magie eines David Gilmour
zu erzeugen.
Erstaunlich war auch, dass ein Klasse-Mann wie Andy Fairweather Low noch mehr in den Hintergrund gedrängt war als bei der letzten
Tour. Ansonsten business as usual.
Die Show wurde routiniert über die Bühne gebracht, wobei
lediglich der neue Bühnenaufbau im Gedächtnis bleiben wird.
Besonders gut haben mir folgende Songs gefallen: 'Have A Cigar',
'The Fletcher Memorial Home', 'Perfect Sense (II)', 'Sheep', ein sehr dynamisches
'Us And Them', 'Vera' und 'Bring The Boys Back Home'. Leider wurde der Konzertabschluss 'Comfortably Numb' mit
der maßgeblichen Beteiligung von Kilminster diesmal leider nicht zum Höhepunkt der Show.
Nach 140 Minuten reiner Spielzeit war dann Ende der
Veranstaltung. Insgesamt hat mir die Show gefallen, aber
irgendwie bleibt mir der Satz eines anderen Konzertbesuchers noch im Ohr:
'War das jetzt eine Pink Floyd Coverband mit Roger Waters?' Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen!
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Berlin
Wuhlheide
Links:
Berlin
Fotos
DPA Bericht

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Roger Waters begeistert in Berlin 14.000 Fans.
10.06.2006
Berlin (dpa) - Altrocker haben Konjunktur. Auch Roger Waters. Bei schönstem Wetter strömten am Donnerstagabend rund 14 000 Besucher zum einzigen Deutschlandkonzert des 62-jährigen Pink-Floyd-Mitgründers in die Berliner Freilichtbühne
Wuhlheide.
Geboten wurde wie gewohnt ein fast dreistündiges perfektes Zusammenspiel aus Klangexperimenten, Bühnen-, Licht- und Videoschau. Bis der Funke auf das meist sitzende Publikum übersprang - viele hatten Waters in den 70ern noch als Teil von Pink Floyd erlebt -, dauerte es allerdings eine gute Stunde.
Mit einem Feuerwerk-Vorhang vor der Bühne wurde das Spektakel eröffnet. Andächtig saugte das Publikum mit Blick auf Feuerfontänen und skurrile Videosequenzen die experimentellen Klänge auf: «Wish you were here», «Shine on you Crazy Diamond» - erste Fans wippten sich vorsichtig ein. Bei «A Perfect Sense» brachen dann die Dämme: Aus tausenden Kehlen ertönten die Liedzeilen, auf den Sitzbänken tanzten Paare, Bilder einer Mondlandung flimmerten über die Leinwand, im bunt zuckenden Licht schwebte ein Astronaut über den Köpfen der Musiker.
Pünktlich zur zweiten Konzerthälfte strahlte der Mond über dem geschwungenen Zeltdach der Bühne. Das mit rund 40 Millionen verkauften Platten legendäre Pink-Floyd-Album «The Dark Side of the Moon» (1973) stand nun auf dem Programm. Der Sänger und Bassist Waters drehte mit seinen zehn Musikerkollegen nun richtig auf. Die gefühlvoll leidende Miene zeigte, dass er den Spaß an den Auftritten auch nach 40 Jahren Musiker-Karriere nicht verloren hat. Am beherzten Griff in die Saiten war zu hören, wie vollkommen er die Technik noch beherrscht.
In seiner Zeit bei Pink Floyd galt Waters als der künstlerische Kopf der Gruppe. Als Haupt-Liederschreiber geriet er aber in Konflikt mit David Gilmour, der 1968 für den wegen LSD-Konsums ausgeschiedenen Syd Barrett zu der britischen Rockband stieß. 1985 eskalierte der Streit und Waters verließ die Gruppe. Waters erklärte Pink Floyd für aufgelöst und startete eine Solokarriere.
Kurz nach dem Mauerfall 1990 führte Waters die Pink-Floyd-Rockoper «The Wall» in Berlin auf. Zu dem legendären Konzert auf dem noch nicht bebauten Potsdamer Platz im ehemaligen Todesstreifen kamen mehr als 300 000 Menschen. Für einen Auftritt beim Live-8-Konzert im Juli 2005 in London raufte sich die Gruppe zuletzt nochmals zusammen. Seither ist Waters wieder allein auf Tour.
Viele Worte verlor Waters auf dem Konzert mit Festivalatmosphäre nicht. Mit «Willkommen» und «Dankeschön» war fast alles gesagt. Nur das vom Irakkonflikt inspirierte Lied «Leaving Beirut» kündigte er mit einer kurzen Anekdote aus seiner Jugendzeit an. Nach dem Pink- Floyd-Klassiker «Money» fehlte zum krönenden Abschluss nur noch eins: «Another Brick in the Wall». Doch erst in der Zugabe wurden die Fans für ihr geduldiges Warten erlöst.
Quelle:
ZDF
Heute
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Roger Waters auf der Freilichtbühne Wuhlheide in Berlin.
| Foto: dpa
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