Die Zeichen stehen auf Versöhnung!

NICK MASON interview LE Castellet 26.06.2007

Interview, Bericht & Fotos von Thomas Zeidler

02.09.2007: Am 26. Juni hatte der Musikjournalist, Pulse & Spirit Unterstützer und Pink Floyd-Fan Thomas Zeidler im französischen Le Castellet Gelegenheit Nick Mason bei seiner zweitliebsten Beschäftigung neben dem Schlagzeugspielen zu beobachten: Nämlich beim Autorennen fahren. Am Abend konnte Thomas ihn bei einem 20-Minütigen Interview genauer über die derzeitige Situation von Pink Floyd befragen. Mason erzählte dabei von der beinahe Reunion vergangenen Mai beim Syd Barrett-Tribut, über zukünftigen DVDs, Bücher, möglichen Tourneen und dem Verhältnis zwischen Waters und Gilmour. Thomas stellte mir erste Auszüge des Interviews zur Verfügung!

2x Nick Mason

Thomas Zeidler: Die F1-Fahrer David Coulthard, Mark Webber und Kimi Räikkönen kamen um 15:30 Uhr zur Rennstrecke in Le Castellet. Nick Mason mit seiner Frau Annette gegen 17 Uhr. Mason hat dort fast niemand erkannt! Ich hab mich von der Tribüne zum Fahrerlager runter geschlichen und ein paar Fotos von ihm, seiner Frau Annette und David Coulthard gemacht. Auf Masons Rennpass stand übrigens: Nick Mason - Pink Floyd - Drummer - England. Annette Mason fuhr eine Runde mit Coulthard - danach Nick.

Nick Mason, David Coulthard und Annette Mason

Mason im Gespräch mit Coulthard

Nick Mason und Thomas Zeidler

Abends war dann die grosse TAG-Heuer Party im Les Castellet Hotel. Anwesend waren auch Katharina Witt und Jamiroquai. Mason war der letzte der VIPs der begleitet von seiner Frau über den roten Teppich ging. Er tratsche viel mit Coulthard.

Nick, Annette Mason und Tag Heuer Chef Jean-Christophe Babin

Um 23:10 Uhr hatte ich dann mein Interview: 20 Minuten über Pink Floyd. Hier eine kurze Zusammenfassung des Gespräches:

Es wäre fast zur Pink Floyd Reunion mit Roger Waters beim Syd Barrett Tribut im Mai gekommen. Laut Mason lag es wirklich nur am Zeitfaktor, weil Waters weg musste. Mason sagte außerdem, dass Rick Wright die treibend Kraft beim Syd Tribute gewesen sei.

Mason hofft noch auf ein Pink Floyd Album und eine Tour - beides mit Roger Waters! Aber das müssen David und Roger entscheiden: Zur Zeit stehen die Zeichen auf Versöhnung. Aber noch fehlt der zündende Enthusiasmus dafür. Mason meinte noch, dass es schön wäre wenn Roger und David endlich wieder gemeinsame Sache machen würden, weil dann für ihn das Leben um so vieles leichter wäre.

Zum Thema Tour sagt er noch: "Ich würde es mir mehr als wünschen, weil wir das so gut können. Aber diese Dinge darf man nicht forcieren. Man muss auf den richtigen Moment warten." Wenn es nie mehr passieren würde, dann wäre er traurig aber nicht verzweifelt... "dann fahre ich wieder Autorennen!"

Nick und Annette

Danach ging er tanzen!! 20 Minuten war er auf der Tanzfläche und tanzte u.a. zu Sex Machine, Kiss und Walk This Way. Seine Frau tanzte später noch mit Jamiroquai während Mason wieder mit Coulthard plauderte. Später tratsche Mason noch mit Jamiroquai. Ich wollte ein Foto von den beiden machen, Nick wollte, aber Jamiroquai, der schon ziemlich besoffen war, nicht. Gegen 01:30 verlies Mason mit seiner Frau die Party. Am nächsten Tag durfte er noch Autofahren und um 17:00 Uhr ging der Privatflieger mit Nick und Annette Mason, David Coulthard und Jamiroquai wieder zurück nach London.

Interview.

Interview Thomas Zeidler 26.6.2007 Le Castellet

Interview im aktuellen Seitenblicke Magazin

40 Jahre Pink Floyd! Hat man da noch Worte?

NICK MASON: Das ist doch bloß eine Zahl. Etwas, mit dem unsere Plattenfirma wieder Platten verkaufen kann. (Lacht.) Für mich ist das ziemlich irrelevant. Viel wichtiger ist für mich jener Tag vor etwas 41 Jahren, als ich mich entschlossen habe, dass ich von der Musik leben möchte.

Das hat funktioniert. Gelten Sie doch mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Euro als einer der reichsten Musiker der Welt.

NICK MASON: Ja, man könnte schon sagen, dass ich den richtigen Weg gewählt habe. (Lacht.)

Wie ist der aktuelle Stand bei Pink Floyd? Gibt es die Band überhaupt noch?

NICK MASON: Ich habe wirklich keine Ahnung. (Lacht.) Ob wir je wieder etwas machen werden, hängt vom Willen aller Beteiligten ab. Und der Frage ob das alles dann auch noch erleben. Dass wir wieder etwas gemeinsam machen, könnte schon morgen passieren, erst in fünf Jahren, oder auch nie mehr. Ich bin da wirklich ahnungslos. Ich bin da wirklich ahnungslos. Und diese Unwissenheit ist für mich schon ein Problem.

Aber eine Reunion könnte durchaus passieren?

NICK MASON: Ja, die Zeichen stehen eindeutig auf Versöhnung! Was die Öffentlichkeit nicht verstehen dürfte, ist der Umstand, dass zwar der Wille für eine Reunion vorhanden ist, aber der Enthusiasmus dazu noch fehlt. Vor allem zwischen Gilmour und Waters.

Und wer ist dabei die treibende Kraft?

NICK MASON: Die gibt es eben nicht. (Lacht.) Waters macht sein Ding und Gilmour das seine. Wright und ich können dabei nur warten und zusehen. Wir beide wären sehr froh mitzumachen, was immer die anderen auch vorhaben. Und so spiele ich einmal mit Gilmour und dann wieder mit Waters. Das einfachste für mich freilich wäre, wenn die beiden wieder zusammenfinden würden.

Und wenn nicht?

NICK MASON: Dann kann man auch nichts machen. Ich werde deshalb nicht verzweifeln, sondern gehe halt wieder Autofahren. (Lacht.)

Wussten Sie, dass Pink Floyd In Österreich seit 1994 den Konzertbesucher-Rekord halten?

NICK MASON: Oh! Das ist befriedigend. Aber irgendwann wird irgendwer auch diesen Rekord brechen. Diese Best-of-Geschichten sind nicht wirklich das, was wichtig ist. Eine Umfrage im Publikum, bei der herauskäme, dass es das beste Konzert war, auf dem sie je gewesen sind - das würde zählen. Nicht die Tatsache das da 89.000 Menschen waren.    

Was hat Pink Floyd so erfolgreich gemacht?

NICK MASON: Ich denke mir immer, dass es an meinem Schlagzeugstil liegt. (Lacht.) Nein es ist einen Mischung aus vielen Dingen. Du brauchst einen guten Songschreiber und gute Musiker, nicht unbedingt technische Musiker. Wir hatten das Glück, mit Barrett, Waters und Gilmour viele Komponisten zu haben. Außerdem waren wir zur rechten Zeit am rechten Ort. Wären wir fünf Jahre früher da gewesen hätten alle gesagt: Das ist Müll! Und fünf Jahre später wären wir bloß die Nachahmer gewesen. Aber das wirklich Kuriose an extrem erfolgreichen Bands ist ja, dass man mehr als einen Kontrollfreak in der Band braucht. So wie Lennon und McCartney, Jagger und Richards oder die Gallagher-Brüder.

Doch anders als bei den eben Genannten kennt man zwar Pink Floyd, aber kaum die Gesichter dahinter ....

NICK MASON: Und genau damit haben wir auch verdammtes Glück gehabt. Denn sobald man ständig auf der Strasse erkannt wird, wird das Leben doch viel komplizierter. Jeder will einen Teil von dir: ein Autogramm, ein Foto oder auch nur eine simple Berührung. Es regiert doch längst der Irrglaube, dass einen schon das berühren eines TV-Kasperls aus Big Brother selbst zu einem Star macht.  

Warum interessieren Leute Dylan, Bowie und auch Pink Floyd trotzdem noch immer?

NICK MASON: Ich denke dass, es die Songs ausmachen: Dylan und Waters haben lyrisch Epochales hinterlassen. Oder jemand wie Hendrix, der auch heute noch 13-jährige zum Gitarrespielen animiert. Das sind Dinge die alles überleben.

Ein Abschlussgedanke: Während wir hier miteinander sprachen, gab es zumindest eine Person auf dieser Welt die sich Ihr Album "Dark Side Of The Moon" angehört hat ....

NICK MASON: Das schönste daran ist das Gefühl zu wissen, dass ein Musikstück dieser Zeit immer noch von Relevanz ist. Als wir im Musikgeschäft anfingen, waren wir sicher, dass das nicht länger als ein, zwei Jahre dauern würde. Das war auch die Lebensdauer der meisten Gruppen. Die Beatles änderten diese Tatsache. Bis dahin war der Rock`n`Roll etwas, das den jungen Leuten vorbehalten war. Wenn man damals älter als 21 Jahre war, betrat man nie wieder einen Plattenladen und hörte von da an nur mehr Radio. Also auf eine gewisse Art ist es schon aufregend, noch immer im Geschäft zu sein.

ENDE

40 years Pink Floyd! Do you have any words for that?

NICK MASON: That is only a number. Something, with which our recordcompany can sell records. (laughs.) For me it is rather irrelevant. Much more important to me is the day 41 years ago that I decided that I would be able to make a living being a musician.

Apparently that worked. Your personal wealth exceeds 100 million euro’s. You are one of the richest musicians in the world.

NICK MASON: Yes, you could say that I walked the right path (laughs)

What is the current situation with Pink Floyd? Does the band exist at all?

NICK MASON: I really don’t have any idea (laughs). Whether we will do anything depends on the will of all the people involved. And even if the will is there the question remains if it will actually happen. Doing something together again may happen tomorrow, in five years or not at all. I really have no idea. Really I haven’t. Not knowing is a problem for me as well.

But another reunion could happen?

NICK MASON: Yes. The signs all point to reconciliation! What the public can’t understand is that the situation is that the will to do a reunion is present just that the enthusiasm still isn’t there. Especially between Gilmour and Waters.

And who is the driving force?

NICK MASON: There is none. (laughs.). Waters is doing his thing, as well as Gilmour. Wright and I can only watch and wait. Both of us would like to join in with whatever the others intend to do. So I played with Gilmour once and then again with Waters. For me it would be best if they would be together.

And if not?

NICK MASON: Then one can’t do anything. I won’t despair but instead drive my cars! (laughs)

Did you know that Pink Floyd holds the concert attendance record in Austria since 1994?

NICK MASON: Oh! That is satisfying. But somehow someday somebody will break it. These best of lists don’t seem to me to be what is really important. A public inquiry that would show that it was the best concert they visited ever, that would count. Not the fact that 89.000 people attended.

What made Pink Floyd so successful?

NICK MASON: I always like to think that it is because of my drummingtechnique. (laughs). No, it’s a mix of many things. You need a good songwriter and a good musician, not necessarily good technical musicians. We were lucky that we had many songwriters like Barrett, Waters and Gilmour. Above all we were at the right place at the right time. Five years later people would have said: that is garbage! Five years laters still we would only have been imitators. What is really curious about extremely succesfull band is that you seem to need a controlfreak. Like Lennon and McCartney, Jagger and Richards or the Gallagher brothers.

But unlike other bands everybody knows the name of Pink Floyd but not the faces behind the name…

NICK MASON: Yes. The signs all point to reconciliation! What the public can’t understand is that the situation is that the will to do a reunion is present just that the enthusiasm still isn’t there. Especially between Gilmour and Waters.

Why are people still interested in people like Dylan, Bowie and also Pink Floyd?

NICK MASON: I think that it has to do with the songs: Dylan and Waters have left us songs that define an era. Or somebody like Hendrix who, even today, can inspire a 13 year old guitarplayer. Those are the things that survive.

A concluding thought: while we spoke with each other at least one person in this world played the album "Dark side of the moon"....

NICK MASON: The nicest thing about that is knowing that a piece of music from that time is still relevant today. When we started out in the music business we were sure that we would not last longer than one, two years.  That was the period most bands lasted. The Beatles changed that fact. Up until then Rock 'n Roll was something that was reserved for the young. If you were older then 21 at that time you never entered a recordshop and only listened radio from then on. So in a certain sense it is exciting to still be in the business.

THE END

Translation from Clemens (A Fleeting Glimpse Forum)

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