10.03.2006 DORTMUND Konzerthaus

London    Hamburg

Songliste:

01. Castellorizon

02. On An Island

03. The Blue

04. Red Sky at Night

05. This Heaven

06. Then I Close My Eyes

07. Smile

08. Take a Breath
09. A Pocketful of Stones

10. Where We Start

 

11. Shine On You Crazy Diamond
12. Wot's ... Uh The Deal
13. Wearing The Inside Out

14. Speak To Me
15. Breathe
16. Time
17. Breathe Reprise
18. Dominoes
19. High Hopes
20. Echoes

 

21. Wish You Were Here
22. Comfortably Numb

Links:

DVD

Fotos

News

On An Island

Tour 2006

ZDF Interview Download

Gilmour heute-journal

 

Statistik:

1.2000 Besucher, ausverkauft

 

Fan-Kommentare:

Pete Zahlten

Roswitha Wolff-Janssen

Lars Kober

Thomas Rumohr

Mirko Wissig

 

Presse:

ZDF

Die Presse

Die Neue Epoche

AP

ddp-Nrw

Die kleine Zeitung

ddp

Klasse, genial, unbeschreiblich.

Bericht von Roswitha Wolff-Janssen

12.04.2006: Ich habe am 10.3. in Dortmund Pete, Thomas und Frank getroffen und wir haben uns das Konzert von David Gilmour angesehen. Es ist eigentlich schon alles gesagt. Klasse, genial, unbeschreiblich. Im zweiten Teil ein Pink Floyd-Konzert in Reinform in kleiner Halle. Ich bin stolz dabei gewesen zu sein. Foto: Roswitha mit ihrem Ticket

Roswitha Wolff-Janssen

 

Dortmund ZDF Bericht.

16.03.2006: Das ZDF heute-journal brachte am 11.3. in ihrer Abendausgabe um 21:45 einen knapp 2:40 Minuten langen Bericht über den gestrigen Tourneestart von David Gilmour in Dortmund. Dabei waren auch kurze live Szenen von Castellorizon zu sehen. Ein kurzes Interview mit Gilmour auf der Bühne des Konzerthauses. Natürlich wird er nach Pink Floyd befragt, er antwortet höflich und unmissverständlich. Außerdem spielt er kurz "Wish you were here" an und man sieht bekannte Ausschnitte des "On An Island" EPK´s.

Einen Download des Videos hat Klaus (Meddle) im Forum des Bruder Franziskus zur Verfügung gestellt.

ZDF Interview

 

David Gilmour: Gras war grüner, Mauer steht. 

13.03.2006 Die Presse von THOMAS KRAMAR: Der Pink-Floyd-Gitarrist startete seine Europatournee anlässlich seines neuen Albums. Gut, es gibt Symphonien und Stones-Songs, die die gebildete Welt nach je drei Tönen erkennt, aber das war doch jenseits: Ein einziger g-moll-Akkord, völlig unakzentuiert, sanft rotierend und in sich schwelgend - und ein ganzes Konzerthaus wusste jubelnd, was gespielt wird: "Shine On You Crazy Diamond", diese Elegie für Syd Barrett, den in den Wahnsinn entrückten Gründer der Pink Floyd, die, nach ausgiebigen Anrufungen, sämtlich in g-moll, im flehentlichen Ruf mündet: "Come on, you martyr for truth and delusion, and shine" 

Das war 1975, viele halten es hoch, manche haben es verdrängt, eine Wiederkehr jedenfalls wurde am Freitagabend im Konzerthaus von Dortmund gefeiert: Dort eröffnete David Gilmour, Gitarrist von Pink Floyd, damit seine Europatour. Den g-moll-Akkord und einiges mehr spielte Floyd-Kollege Rick Wright, an der zweiten Gitarre (in jedem Sinn) war Phil Manzanera, damals, 1975, bei Roxy Music, der modernen Antithese zu den damals schon rückwärts, auf ein verlorenes Hippie-Paradies, gewandten Pink Floyd. Manzanera begleitet Gilmour: Das wäre 1975 so absurd erschienen wie die Idee, dass die Berliner Mauer fallen wird. 

Sie ist bekanntlich gefallen, zehn Jahre nachdem Pink Floyd unter Führung von Roger Waters erstmals ihr größenwahnsinniges Spektakel "The Wall" aufgeführt hatten. Waters hat die Band längst im Zorn verlassen, nun hütet Gilmour das, was er und viele Hörer als Geheimnis von Pink Floyd schätzen. 

Dieses Geheimnis in seiner pursten Form hört man, wenn Gilmour die Gitarre klagen lässt. So wie in "Shine On" (wie gesagt, nach gehöriger Würdigung des g-moll-Akkords): Wenn je eine Idylle im Rückspiegel glänzte und strahlte, dann in diesen einsamen Tönen. Von denen keiner je zu viel ist. Die Legionen von flinkfingrigen Gitarren-Vorzugsschülern sollen sich auf John McLaughlin oder sonst wen berufen, in Gilmour haben sie keinen Patron. Der muss nicht strebend suchen, er hat seine Melodie gefunden. 

Nein, man soll nicht ungerecht sein, es ist nicht immer dieselbe. Aber die gleiche. Gilmour beginnt seine neue CD "On An Island" - und die erste Hälfte des Konzerts - mit einem verschärften Lamento, das gut als gealterte Variation über "Shine On" verstanden werden kann. Es geht über in den Titelsong, eine Meeresidylle, die sich in die ländlichen Idyllen fügt, auf die sich Gilmour seit je versteht - wenn das Objekt seiner Sehnsucht sich fassen, materialisieren lässt, dann in Landschaften, im grünen Gras von Cambridge, an den Lagerfeuern seiner Jugend, im Mondlicht. 

"On An Island" ist, von einem feinen alterswütigen Ausbruch namens "Take A Breath" abgesehen, eine Sammlung solcher Pastoralen, nicht weltbewegend, aber will denn ein 62-jähriger Multimillionär vom Zuschnitt Gilmours die Welt bewegen? 

Wichtig ist ihm das neue Opus schon, das stellte er in Dortmund unmissverständlich in aller Strenge klar, indem er es in der ersten Hälfte des Konzerts zur Gänze präsentierte. Und es war nicht einmal wirklich fad. Nach der Pause dann, nach dem grundsätzlich und immer epochalen "Shine On", mit dem einzigen echten Dick Parry am Saxofon, zwei Petitessen: "Wot's . . . Uh The Deal" (eine immerhin 34 Jahre alte Klage über die Mühen des Alterns), sowie "Wearing The Inside Out", vom rührend gealterten Wright gesungen, auch nicht gerade lebensfroh mit seiner Klage über Kälte der Haut und des Herzens. In "High Hopes" (ebenfalls vom späten Spätwerk "The Division Bell") meinte man, vom grimmigen Gilmour beinahe etwas wie Selbstironie zu hören, als er von Gras sang, das früher grüner war, und vom Licht, das früher heller war. Aber nur beinahe. 

Ein Höhepunkt: Die Syd-Barrett-Komposition "Dominoes", zart und behutsam interpretiert, wie es sich gehört für diese verschreckte Aufnahme eines Alltags, der auf perfide Weise unschuldig klingt. Es ist diese Unschuld, nach der sich die späten Pink Floyd - und vor allem deren musikalische Seele David Gilmour - immer sehnten. Mit grandiosen, wohl bewusst untauglichen Mitteln, vor allem: in breitester Form, unter Anrufung aller Kräfte, ohne Rücksicht auf irdische Zeit. Wie fantastisch das sein konnte, zeigte Gilmour in Dortmund mit "Echoes", vom ersten bis zum letzten Möwenschrei ein Erlebnis. Und natürlich für einen guten Teil des Publikums ein Flashback, wie die Alten sagten. 

Ob sich je so viele Erinnerungen an die feinen, vergleichsweise knappen Stücke von "On An Island" knüpfen werden? Wohl kaum. Es wird nichts besser, nein: alles schlechter, ja, die Zeit ist ungerecht. 

Aber das richtete ihr David Gilmour gleich zum Tournee-Start mit dem obligaten "Dark-Side"-Schlager "Time" ohnehin in aller Deutlichkeit aus. Und verstärkte das Plädoyer zur Zugabe, in "Wish You Were Here": "Running over the same old ground / what have we found / The same old fears." Wenn noch Syd Barrett leibhaftig auf der Bühne erschienen wäre, es wäre ein sagenhafter Abend geworden. So war es eine elegische Beschwörung alter Paradiese und Ängste, hart an der Grenze zum Schrei. Pink Floyd eben. 

Info: Reinhard Zimmermann

Foto: (c) AP

Wo Gilmour drauf steht, ist auch Pink Floyd drin. 

12.03.2006 Kleine Zeitung: Der Gitarrist und Sänger der legendären Rock-Symphoniker legt ein neues Solo-Album vor und genießt eine Welttournee im intimen Rahmen. Er kann es immer noch: David Gilmour mit einem neuen Solo-Album und Pink-Floyd-Klassikern endlich wieder auf Tour. 

Jubel für ein bisschen Rauch über noch menschenleerer Bühne. Mehr Jubel für aufkeimendes Klangwabern. Noch mehr Jubel beim ersten kristallklaren Gitarrenakkord. Der unüberhörbar macht, was hier bejubelt wird: ein Pink-Floyd-Konzert. Auch wenn die legendäre Band als Septett unter dem Namen David Gilmour auftritt und nur Gilmour ihr angehörte. Vier Tage nach seinem 60. Geburtstag startete der Herr über die Marke Pink Floyd am Wochenende im fabelhaften Dortmunder Konzerthaus eine Europa- und Nordamerika-Tour, deren 24 Shows allesamt seit langem ausverkauft sind. Und es vermutlich auch wären, wenn sich der Gitarrist und Sänger nicht auf Lokalitäten bis maximal 3000 Plätze (in Dortmund war es gerade die Hälfte) kaprizierte.

Komplett und perfekt. "Oldies and goldies" verspricht der Mann im lichten weißen Kurzhaar und im schwarzen T-Shirt, das eine gewisse Körperschwere erst gar nicht zu verbergen trachtet, für den Abend nach der Pause. Davor gibt es das neue Soloalbum "On An Island". Komplett und in perfekter Tonqualität. Der Sound bietet mehr als Erinnerungen, der Tonträger wird sichtlich als neues Floyd-Werk wahr genommen. Was auch die Verkaufsmeldungen zeigen. "On An Island" hat gleichsam aus dem Stand die Spitze der Amazon-Charts erreicht.

Griff ins Volle. Dann also der Griff ins Volle einer Erfolgsgeschichte, die mit einer Kennzahl angedeutet ist: 200 Millionen verkaufte Tonträger. Und ab dem ersten unverkennbaren Ton von "Shine On You Crazy Diamond" ist der Freude bis zum letzten unverkennbaren Ton von "Comfortably Numb" kein Ende mehr. Da wippen Mann und Frau, klatschen Eltern in Harmonie mit ihren Kindern, greifen Opa und Enkel in die Luftgitarre. Sie alle haben sich das Vergnügen bis zu 100 Euro pro Kopf kosten lassen. Von denen der Vater von acht Kindern gewiss einiges weiter- leiten wird. So spendete der 465-reichste Brite der Homeless-Organisation Crisis, deren Vizepräsident er ist, den Erlös aus dem Verkauf eines Hauses, rund neun Millionen Euro. Das Programmheft zur aktuellen Tour ist überdies so umweltbewusst fabriziert, dass man es essen könnte.

Zurück auf die Bühne. Zwischen den erwähnten Klassikern boten die Gilmour Boys u. a. in ungekürzt erhabener Pracht Hauptwerke wie "Breathe/Time/Breathe" und "Echoes". Sowie Syd Barretts "Dominoes". Hommage an jenen Mann, dessen psychische Zerrüttung Gilmours Einstieg bei Pink Floyd ermöglichte. Die tragische Kultfigur, wie Gilmour aus Cambridge, wurde am 6. Jänner sechzig. Der Meister selbst genoss das Spiel mit den Seinen (darunter als unterforderter Saitenkünstler Roxy Music-Gitarrero Phil Manzanera) und das Bad im genialen Lichtdesign von Marc Brickman. Technik im Dienste der Ästhetik. Der man freilich manchmal mehr Kanten und Überraschungen wünscht.

Info: Reinhard Zimmermann

Foto: AP, Walter Titz/Dortmund

Einfach großartig!

Bericht und Ticket von Mirko Wissig

12.03.2006: Zu den auf Deiner Homepage gezeigten Aussagen der Kollegen die ebenfalls gestern in Dortmund waren ist im Grunde nichts hinzuzufügen; es war einfach grandios!

Und mit Blick auf die Wuhlheide in Berlin am 08.06.06, was ich mir (natürlich) auch ansehen werde, weiß ich nicht, wie Roger Waters das noch übertreffen kann. Gilmour ist, musikalisch gesehen, einfach der Größte. Der Allergrößte.

Großartige Konzertfotos!

11.03.2006: Lutz Diehl hat vom gestrigen Dortmund Konzert wunderbare Fotos geschossen und diese sind unter folgenden link im wahrsten Sinne des Wortes zu bewundern: Dortmund Fotos. Die Fotos sind unter dieser Adresse noch ungefähr 14 Tage zu besichtigen!

Bruder Franziskus hat wunderbare Fotos die ihr inklusive seinem ausgezeichneten Konzertbericht hier findet. Arne Sigge hat uns ein paar Fotos zur Verfügung gestellt. Mehr davon in größeren Format gibt es unter folgendem link: Gilmour in Dortmund

 

Foto © Lutz Diehl

Fast wie früher.

11.03.2006 Dortmund (ddp-nrw). Er hat lange auf sich warten lassen. Seit zwölf Jahren war er nicht mehr auf Tournee. Doch jetzt ist er wieder da. Am Freitagabend startete David Gilmour in Dortmund zu seiner Welttournee. Vor 1200 Zuschauern feierte der Engländer im ausverkauften Konzerthaus ein bejubeltes Comeback. Im Gepäck hatte er sein neues Album «On an Island», das am 3. März veröffentlicht wurde. 

Gilmour, der gerade seinen 60. Geburtstag feierte, ist die Stimme von «Pink Floyd». Jener Gruppe, die mit «The Wall» Geschichte schrieb, die mit dem Album «Dark side of the Moon» unglaubliche 14 Jahre in den amerikanischen Billboard-Charts vertreten war, die als Erfinder des Art-Rock gilt, deren Liveshows nur noch mit logistischer Meisterleistung zu koordinieren waren. Alles vorbei - Gilmour geht es kleiner an. Die Fans strömten dennoch in die «Philharmonie für Westfalen». Die Konzerte seiner Tour sind bereits seit vergangenem Jahr ausverkauft. Einmal Rockstar, immer Rockstar. Und so kündigten Lichtshow und Nebel den Beginn des Abends an. Allein die Silhouette des Gitarren-Virtuosen aus Cambridge versetzte das vornehmlich reifere Publikum in Verzückung. Frenetisch wurde Gilmour gefeiert, lange bevor der erste Ton erklang. Dabei ist der musikalische Kopf «Pink Floyds» kein Entertainer, auch nicht besonders gesprächig. Gilmour ist aber ein begnadeter Musiker, Sänger und Songschreiber, daran ließ er keinen Zweifel. 

Mit dem Titelsong seiner neuen CD eröffnete der Brite den lang ersehnten Abend. Und blieb auch bei den neuen Stücken. Die kamen zwar an, rissen die treuen Fans, die zwischen 55 und 85 Euro für ihre Karten bezahlt hatten, aber erst einmal nicht von den gepolsterten Stühlen. 

Doch der Altmeister kennt die Vorlieben seiner Anhänger und spielte im zweiten Teil des Abends «Oldies but Goldies». Und so kamen nach einer Stunde die ergrauten Freunde des psychodelischen Rock auf ihre Kosten, konnten zu den ausgefeilten Gitarren-Soli ihr Haar schütteln. Die unverwechselbare Stimme Gilmours und Songs wie «Wish you were here» oder «Shine on you crazy diamond», dazu eine Lichtshow - fast war es wie früher. 

Am 18. März spielt Gilmour in Frankfurt am Main. Danach führt ihn die Tournee nach Frankreich, in die Niederlande, nach Italien und Großbritannien sowie in die USA und nach Kanada. 

Foto © ddp

Menschenfreundliche Wärme.

11.03.2006: Ein sehr schöner Dortmund Konzertbericht in der "Die Neue Epoche". Der Bericht überrascht durch seine Vorurteilsfreie Schreibweise. Sätze wie: " ... seine Stimme strahlt vielleicht sogar mehr als früher noch diese menschenfreundliche Wärme aus, die völlig untypisch für Rockbands ist ...", habe ich zuvor noch nie in Zusammenhang eines Floyd Musikers gelesen.

David Gilmour: Musik für die Insel.

David Gilmour spielt zum Beginn seiner Welttournee sein komplettes Soloalbum und «Golden Oldies» von Pink Floyd AP 11.03.2006 Autor: Uwe Käding

David Gilmour spielt zum Auftakt seiner Europa-Tournee am Freitag, 10. März 2006, im Konzerthaus in Dortmund. Es ist die erste Tour der Stimme und Gitarre der legendären Pink Floyd Band seit 1994. Gilmour spielt zur Veröffentlichung seines neuen Soloalbums "On An Island Tour" in nur sieben europäischen Städten. 

Dortmund - Federnde, schwebende Rhythmen zu einem sphärisch schönen Gesang haben am Freitagabend im Dortmunder Konzerthaus ein jung gebliebenes Publikum verzaubert. David Gilmour, als «Stimme und Gitarre von Pink Floyd» angekündigt, riss mit seinem komplett gespielten aktuellen Soloalbum «On An Island» und einer schönen Liedauswahl seiner bis in die erste Hälfte der 90er Jahre aktiven Supergruppe 1.250 Zuschauer zu Ovationen hin. Es war der Auftakt einer Welttournee, die in bewusst kleinem Rahmen gehalten wird. 

Die Insel, auf die Gilmour in der ersten Stunde des Konzertes strebte, ist auf dem Cover seines Albums gerade groß genug, um einen einzigen Mann aufzunehmen. Für niemanden sonst ist Platz, und auch Richard Wright, Urmitglied von Pink Floyd, hält sich selbst ganz zum Schluss bei den obligatorischen Verbeugungen zum Jubel der Zuschauer dezent im Hintergrund. Gilmour bricht mit dem Instrumentalstück «Castellorizon» zu seiner im «schamlos blauen Meer» liegenden Insel auf, auf der es sich bei Kerzenschein dann doch auch zu zweit wunderschön die Sterne betrachten lässt. Das rockigste Stück dieses Teils, «Take A Breath», lässt mit einem Lichtgewitter die Hektik und den Stress entstehen, denen er mit nunmehr 60 Jahren erkennbar entfliehen will. 

«On An Island» lässt sich nach diesem Konzert als Neuanfang eines Musikers interpretieren, der aus dem Schatten von Pink Floyd treten will, ohne seine Vergangenheit zu verleugnen. Stimme, Gitarre und der Aufbau seiner Stücke werden immer mit Pink Floyd verglichen werden und werden dies auch aushalten. Gilmours neue Musik ist aber ungleich ausgeglichener, es gibt nicht mehr diese Zerrissenheit, das Leiden des Individuums an der Welt, das Pink Floyd und sein kreativer Widerpart und Gegenpol in den 70er und 80er Jahren, Roger Waters, damals für Generationen thematisierten. 

Gilmourisiertes Pink Floyd
Im zweiten Teil lässt Gilmour mit seiner hervorragenden Band bei Stücken wie «Shine On You Crazy Diamond», einem «Echoes» in voller Länge und ausgiebigen Besuchen auf «The Dark Side of The Moon» Pink-Floyd-Fans eine Gänsehaut nach der anderen den Rücken hinunterlaufen. Auch «High Hopes» vom vermutlich letzten Pink-Floyd-Album «Division Bell» erklingt in einer perfekten, vom Klang her einmaligen Version. 

Gilmour hätte mühelos eine Halle mit mehreren tausend Plätzen füllen können, hätte dann aber nicht eine solch ausgewogene Akustik gehabt, wie sie ein Ort wie das Dortmunder Konzerthaus bietet. Er nutzt dies, um seiner Musik Raum von leisen bis lauten, aber nie zu lauten oder gar übersteuerten Phasen zu geben. Sein Gitarrenspiel und sein Klanggefühl sind perfekt; seine Stimme strahlt vielleicht sogar mehr als früher noch diese menschenfreundliche Wärme aus, die völlig untypisch für Rockbands ist. 

Gilmour spielt Pink Floyd in einer «gilmourisierten» Version, die die Band selbst nicht mehr wirklich braucht. Der Mann hat seinen Standort bestimmt, und er ist wohl nicht mehr bereit, im Kollektiv einer Band wie Pink Floyd zu arbeiten - weder mit noch ohne Waters. «Die Band ist mir eine Nummer zu groß, zu schwerfällig und aufgeblasen. Ich möchte mich lieber etwas mehr im Hintergrund halten. Ich will allerdings auch nicht ganz in Vergessenheit geraten», sagte er kürzlich in einem Interview. Den Dortmunder Konzertbesuchern hat der mittlerweile ein wenig untersetzte alte Herr mit wenigen Haaren ein unvergessliches Konzerterlebnis gebracht - Live-Musik als Unikat, nirgendwo sonst als in der individuellen Erinnerung reproduzierbar. 

Foto: AP Photo/Martin Meissner

You like to rock?

Bericht & Fotos von Thomas Rumohr

11.03.2006: Mir persönlich gefiel der Drummer Steve DiStanislao zwar auch, ich war aber nicht SO begeistert. Er schien mir manchmal einen Hauch zu schnell oder vielleicht zu genau. Mason macht's halt auf seine Art "hinter dem Beat". Er ist (und das ist gut!) kein Showdrummer wie Graham Broad, zwar noch ein wenig unsicher, aber genau was diese Musik braucht. Ohne Schnörkel.

David Gilmour ist der Wahnsinn. Manchmal eine Gitarre spielend und die andere auf den Rücken geschoben. Es haut einen echt um, ihn mit Saxophon da stehen zu sehen. Irgendwie fast noch schüchtern. Dass er sich das nicht nehmen lässt und es wirklich live auch zeigt unterstreicht seine Klasse.

Rick Wright spielt Kurzweil und Hammond (meiste Zeit) und nur für ECHOES ein drittes Keyboard auf dem glaub ich vielleicht sogar die "Binson Echo unit" steht. Er ist sehr wichtig für den ganzen Sound der Band und muß richtig arbeiten für sein Geld.... Jon Carin singt wie neben Gilmour die meisten Gesangparts, als Zweitstimme. Er hat auch wie Rick drei Keyboards (auch KURZWEIL) stehen. Ich fand eigenartig, daß er bei High Hopes das "Klavier" spielt und nicht Rick. Ohne ihn gäbe es keinen Pink Floyd Sound heutzutage. Der Mann hat alles in sich aufgesogen. 

Guy Pratt wie immer ständig in Bewegung und immer gut gelaunt. Phil Manzanera fällt nicht (und das ist ein Kompliment) auf. Er spielt "nur" die 2. Gitarre. Hat außer bei "Dominoes" keinen einzigen großen Auftritt und hält sich zurück. Wie eine graue Eminenz macht er den Sound einfach voll mit seinem Spiel. Dick Parry hat nicht allzu viel zu tun. Es ist aber so wohltuend einen Musiker als Saxophonisten und dann auch noch als Original dabei zu haben. Ich mag eben Scott Page nicht, der ist ein Trauma für mich, immer noch. Parry erhielt auch den 2. größten Applaus in der Bandvorstellung nach Richard Wright!

Zur Setlist in kurz: new stuff and a few big surprises

SHINE ON ist anders gespielt. Eine Mischung zwischen der Akustik- und der normalen Version (Part 1-5 !) Der Anfang ist wie immer mit Keyboards, der Gitarrenpart von Gilmour ist schon anders weil er schon nicht jeden Ton wie immer spielt. An der Stelle wo dann die Syd Phrase kommt über die Vocalparts hinweg ist es dann die Akustik Version - zum Instrumentalen Schluss u.a. mit Dick Parry, der mit 2 Saxophonen auf die Bühne erscheint, ist es dann wieder elektrisch! Sehr sehr eigenartig, interessant, schön.

Mann was saßen wir doof da als "Wot's ... Uh The Deal" anfing. Da stand ich schön auf dem Schlauch Wer rechnet auch mit so was! 

Nun bin ich schon 37 und man kann mich nicht mehr mit viel überraschen, aber als nachdem wir ein wenig scherzten und Rick dann tatsächlich die ersten Töne von "ECHOES" anstimmte, da stand einen innerlich schon der Mund offen! Das wir das noch erleben durften!!!!

Wie es ist "Wearing The Inside Out" live zu hören? Grandios - wie sonst? 2 Stunden 50 Minuten minus Pause Musik - geiler Abend.

 

Foto © Arne Sigge

Frank, Thomas und Pete in bester Stimmung!

 

Frank, Thomas und Pete in bester Stimmung!

Fotos Thomas Rumohr

Die Band war grandios. 

Bericht von Pete Zahlten

11.03.2006: Die Band war grandios eingespielt, das Konzerthaus hatte eine Wahnsinns-Akustik auch in den oberen Rängen. Der (uns unbekannte) Drummer STEVE DI STANISLAO machte seinen Job hervorragend - Kraftvoll und nicht zuviel und nicht zu wenig, eben genau das was der jeweilige Song an Drums brauchte - WAHNSINN!

Die Lichtshow war zum Teil sehr dezent gehalten, eben den Songs entsprechend - bei TAKE A BREATH (vielleicht auch deshalb erst später im Set) kam erstmals das volle Licht zur Geltung - wunderschön und sehr treibend zum Song! Bei ECHOES Hat sich MARC BRICKMAN auch wundervolles einfallen lassen - sehr passend psychedelisch gehalten, teils hatte man das Gefühl es würden "Säulen" auf der Bühne stehen, die sich mit der Zeit ausbreiteten. Naja, Worte sagen nicht viel, ANSCHAUEN! Insgesamt kann man sagen, dass die neuen Songs LIVE viel mehr rüberbringen als auf der Album CD - viel mehr Dynamik + Wärme - einfach gesagt: Die Songs wirken LIVE einfach besser!

Auch RICHARD WRIGHT hatte zusehends viel Spaß an seiner Arbeit (er übernahm bei JEDEM Song die Hauptarbeit an den Keyboards und der Orgel, JON CARIN die Sounds und Orchestereinspielungen - konnten wir von ganz oben sehr gut beobachten!), auch beim Singen war Rick phänomenal - "WEARING THE INSIDE OUT" + "ECHOES" waren ein "Traum"...DAS noch zu erleben und hören zu dürfen war unbeschreiblich! Natürlich war "WOT`s...UH THE DEAL" natürlich die Überraschung des Abends, mit einem wunderschönen Abschlusssolo auf der SLIDE-GUITAR!

Hier ein paar Einzelheiten zu den Songs:
01. Castellorizon (vom Band)
Beim Intro kommt David auf die Bühne und greift in seine schwarze Fender.

02. On An Island Mit einem 2. Gitarrensolo am Ende des Songs - GENIAL.

03. The Blue

04. Red Sky at Night DAVID spielt das SAXOPHON selbst!

05. This Heaven Guy Pratt am Standbass.

06. Then I Close My Eyes Dick Parry am Saxophon und Guy Pratt an einer Stratocaster Gitarre, Phil Manzanera am Keyboard.

07. Smile Guy Pratt am Standbass.

08. Take a Breath Nach dem Song klatschte das Publikum etwas mehr und David sagte: "You like to rock!".
09. A Pocketful of Stones

10. Where We Start Guy Pratt am Standbass.

 

11. Shine On You Crazy Diamond Pt.1-5 With "Unplugged" part in the middle of the song.
12. Wot's ... Uh The Deal
13. Wearing The Inside Out RICK
WRIGHT on vocals.
14. Breathe
15. Time
16. Breathe Reprise
17. Dominoes PHIL MANZANERA an der STRAT Gitarre + RICK WRIGHT an der Hammond Orgel - sehr PSYCHEDELISCHE Version!
18. High Hopes Mit einem etwas längerem, veränderten Ende - GENIAL!
19. Echoes Volle Version - RICK & DAVID im Duett - Version fast Original wie "POMPEII"-WAHNSINN"!!!

20. Wish You Were Here
21. Comfortably Numb Rick Wright sang Roger`s Teiles.

Foto Thomas Rumohr

Es war ein großartiger Abend.

Bericht von Lars Kober

11.03.2006: Es war ein großartiger Abend! An die Lieder der neuen CD musste man sich erst gewöhnen (ist aber eigentlich denke ich normal für eine neue CD). Der zweite Teil war dann geprägt von den Klassikern. Super genial war wirklich ECHOES. Komplette Länge mit genialer Lichttechnik. Echt... Oberhammer und richtig fetzig. Das Licht und die Akustik waren sowieso spitze. David wurde in Stücken wie Comfortably Numb oder Shine On... perfekt in Szene gesetzt. Richtig gut war auch "Take a breath", unglaublich helle Blitzer.

 

Foto © Lutz Diehl

Ex-«Pink Floyd» David Gilmour startete Welttournee in Dortmund.

10.03.2006 Dortmund (ddp). Vor einem begeisterten Publikum hat Ex-«Pink-Floyd»-Mann David Gilmour am Freitagabend im Dortmunder Konzerthaus den Start seiner Welttournee gefeiert. Der britische Gitarrist und Songwriter stellte nach längerer Abstinenz sein drittes Soloalbum «On an Island» vor, das erst Anfang März veröffentlicht wurde - 22 Jahre nach der letzten Solo-CD. 

Die 1200 Zuhörer im ausverkauften Konzerthaus hatten bis zu 85 Euro Eintritt gezahlt, um den Altmeister des psychedelischen Rock zu erleben. Neben den Songs von «On an Island» gab der 60-jährige Musiker zur Freude seiner Fans aber auch die großen Hits der Vergangenheit zum besten. 

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