White Bicycles

musik in den 60er jahren

01.12.2007: Jetzt auch in deutscher Übersetzung erhältlich: Joe Boyd´s White Bicycles aus dem letzten Jahr. Hier eine Rezension vom Literaturnetz:

Joe Boyd: White Bicycles. Musik in den 60er Jahren
Aus dem Englischen von Wolfgang Müller
Kunstmann Verlag, München 2007

White Bicycles ist eine elegante und spannende Chronik der Sixties, ein wunderbarer anekdotenreicher Zeitzeugenbericht eines Mannes, der (fast) immer mit dem richtigen Job zur richtigen Zeit am richtigen Ort war: Die Sechziger dieses Mal nicht aus der Sicht des Künstlers, sondern des Beobachters und Ermöglichers.

Wer ist Joe Boyd? Ein Platten- und Filmproduzent, so steht es auf seiner Homepage. Doch diese gibt nicht annähernd wider, was dieser Mann wirklich bewirkte. Joe Boyd ist DER Plattenproduzent der 60iger Jahre und eine Schlüsselfigur der englischen Musikszene. Man braucht sich nur die Liste von Karrieren anschauen, an denen er beteiligt war: Muddy Waters, Stan Getz, Bob Dylan, Pink Floyd, Fairport Convention, der Incredible String Band und natürlich, Nick Drake. Doch der 1942 in Boston Geborene ist ein Unbekannter geblieben, er stand nie im Rampenlicht, sondern zog im Hintergrund die Fäden - mit umso größerer Wirkung.

Pink Floyd waren zunächst eine Bluesband

Das vorliegende Buch White Bycicles erzählt Geschichten über alle die Musik-Größen der 60er: "Pink Floyd waren zunächst eine Bluesband, aber nachdem ein Kunstfilmer sie um eine experimentelle Filmmusik gebeten hatte und Syd Barret erste Erkundungen auf dem Gebiet der bewusstseinsverändernden Drogen unternommen hatte, war ihre Musik in eigenständigere Fahrwasser geraten.", erzählt Boyd und er erzählt auch, wie er die Band bald darauf an EMI verlor und seine eigene Firma, Witchseason, auf dieses kräftige Zugpferd verzichten musste. Das war nicht der einzige Fisch der ihm vorzeitig vom Haken sprang. Auch eine junge schwedische Folk-Band namens Abba erweckte sein frühes Interesse, bevor er sie wieder verlor.

White Bicycles ist ein Buch über "making music in the 1960s" und es endet (außer einem kurzen Kapitel, das von seiner späteren Arbeit erzählt) mit dem Tod von Nick Drake. Boyd schließt mit folgendem Statement: "Ich war nie zu stoned. Ich wurde die graue Eminenz, die ich hatte werden wollen, und ich bin der lebende Gegenbeweis für zumindest einen Myhos der Sechziger: Ich war dabei, und ich kann mich dran erinnern."

Info: Walter Werschnig

Joe Boyd

Jetzt auch in deutsch erhältlich!l

 

Album

Album mit Arnold Layne

 

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Joe Boyd

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