Luxemburger Wort:
Australian Pink Floyd Show in der Escher Rockhal /
Cover-Band bot 150-minütige musikalische Achterbahn
durch ein Best Of ihrer Idole
(RCl) - Nach einem halben Jahrhundert der Rockmusik
lassen sich des Öfteren Bands von Vorgängern
inspirieren. Dass aber selbst Cover-Bands vergleichbare
Erfolge feiern, dürfte wohl eher zu den Ausnahmen
zählen: Eine solche Ausnahme nennt sich die "Australian
Pink Floyd Show", eine Combo bestehend aus Steve Mac
(Gitarre , Gesang), Jason Sawford (Keyboard), Colin
Wilson (Bass), Damian Darlington (Gitarre ) und Paul
Bonney (Schagzeug) und gegründet im Jahre 1988 im
australischen Adelaide .
Die Band, die sich aus dem originalen Pink-Floyd-Schwein ein eigenes rosafarbenes "aussiefloyd"-Känguru als Logo abgeleitet hat, bot am Sonntagabend in der Escher Rockhal eine 150-minütige musikalische Achterbahn durch ein Best Of ihrer Idole .
Besonders berücksichtigt wurde das 79er-Konzeptalbum "The Wall" mit Titeln wie "Thin Ice", "Another brick in the wall", "Mother" oder "Hey you". Neben hochprogressiven Dialogen zwischen Keyboard, Bass und Gitarre stachen besonders die minutenlangen psychedelischen Soli auf E-Gitarre, akustischer Gitarre, verzerrter Zither oder Saxofon heraus. Doch auch mit Evergreens wie "High Hopes" und "Wish you were here" oder der Hymne "Shine on You Crazy Diamond" zeigten die Australier, dass progressiver Artrock keinesfalls zum alten Eisen gehört. Auch der Song "Heart of the Sun" beeindruckte durch eine Didgeridoo-Einleitung.
Das Original um David Gilmour stand gemeinsam mit Roger Waters seit Jahren nicht mehr auf einer Bühne. Umso erfreulicher scheint die Tatsache, dass der Musik der Briten auch von Coverbands neues Leben eingehaucht werden kann und sie Jung und Alt zu begeistern weiß. Mit typisch Floydscher Videoanimation, die die Inhalte der synchron gespielten Songs visuell verarbeiteten, wurde das Konzert zur Show.
Den Höhepunkt der "Australian Pink Floyd Show" erlebten die Fans mit dem anfangs eingängigen, im weiteren Verlauf jedoch hoch komplexen Hit "Comfortably Numb ", der am Ende der zweiten Hälfte vorgetragen wurde. Etwas bizarr mag es dem einen oder anderen Fan vorgekommen sein, sich ein solches Konzert nicht auf Stehplätzen anzusehen. Ab diesem späten Moment im Verlauf der Show füllte sich der vordere Zuschauerraum jedoch mit tanzenden und klatschenden Fans und das Eis war gebrochen.

